Druckschrift 
Die biblische Geschichte in Verbindung mit der biblischen Geographie und Chronologie : ein Lehr- und Lesebuch für Bibelfreunde ; zugleich ein Leitfaden für Lehrer beim Unterrichte in der biblischen Geschichte
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
 

11Hier wollen wir auch der StadtSalem erwähnen, deren König Melchisedech, ein Priester deshöchſten Gottes, den Abraham ſegnete, als er ihm Land und Leutewiedergab, welche der König Kedor Laomor geraubt hatte. Dem KönigeKedor Laomor nämlich waren 5 Könige im Jordanthale unterworfen.Zwölf Jahre lang ertrugen sie diese Unterwerfung, darnach suchten siesich frei zu machen; weshalb denn nun Kedor Laomor gegen sie zog.Ob dies Salem das spätere Jerusalem gewesen, will man noch immernicht allgemein annehmen; aber wahrscheinlich ist es, und Viele halten'sdafür. Ist diese Annahme richtig (und wir unseres Theils wollen nichtdaran zweifeln, weil wir in dieser Uebereinstimmung mehr als Zufall,weil wir darin vielmehr das Walten einer höhern Hand erkennen), dannlassen sich lehrreiche Beziehungen anknüpfen zwischen dem, was Jerusa-lem zur Zeit Melchisedechs war und was es später durch Christum ge-worden ist; dann tritt uns nicht minder in dem segnenden Melchisedeckals eine freundliche Erscheinung der Eine aus Abrahams Geschlechtentgegen, der ein Segen geworden ist für alle Geschlechter, der Erde,Jesus Christus. Melchisedech ist seinem Namen nach ein König derGerechtigkeit und seinem Wohnorte nach (Salem, Frieden) ein Königin der Burg des Friedens; nach beiden Seiten hin demnach ein Vorbildvon Christo, von dem Psalm 110, 4 gesagt wird: Du bist ein Priesterewiglich nach der Weise Melchisedechs.* Dän, auch Lais genannt, im Süden des Antilibanon, im nörd-lichsten Theile Canaans, daher der Ausdruck bei Bezeichnung der nörd-lichen und südlichen Landesgränze: von Dan bis Bersaba. DerJordan hat in der Nähe der Stadt eine seiner Quellen. Hier schlugAbraham den Feind und verfolgte ihn bis Hoba und DamaskusI. Mos. 14, 14. 15. Beide Städte liegen nordöstlich von Dan, im.Lande Syrien.1. Der Brunnen des Lebendigen und Sehenden befand sichnach I. Moſ. 16, 14 zwiſchen Kades und Bared. Bared aber lagin der Wüste Schur, welche sich vom Süden des Landes Canaan nachAegypten hinzog. Hier wohnte Isaak, I. Mos. 24, 62. Cap. 25, 11auch die Hagar, I. Mos. 16, 14.⁕ Das Gebirge Gilead, wo Jakob mit Laban einen Bundmachte, als Ersterer aus Haran zurückkam, I. Mos. 31, 44—47, liegtauf der Ostseite des Jordan und wird durch den Fluß Jabok in einenördliche und südliche Hälfte getheilt. Treffliche Viehweiden, heilsameKräuter und wohlriechende Harze machten den Reichthum von Gileadaus. Arabische Kaufleute handelten mit diesen Produkten unter andernnach Aegypten, und I. Mos. 37, 25 wird uns erzählt, wie Joseph vonseinen Brüdern an eine solche Gesellschaft wandernder Kaufleute (eswaren Ismaeliter) verkauft und von diesen nach Aegypten gebrachtwurde. Gilead bezeichnet an manchen andern Stellen der h. Schriftdas ganze Ostjordanland zwischen dem Flusse Arnon bis zum Hermon.Mahanaim war der erste Ort an welchen Jakob kam, nachdemer sich auf dem Berge Gilead von Laban getrennt hatte. Wir habendiesen Ort, dessen Lage zwar nicht genau angegeben werden kann, jeden-falls auf der Nordseite des Jabok zu suchen; wie uns ein Blick anKarte I. und II. lehren wird, da Jakob von Haran, also von Nord=Of-herkam, I. Mos. 32, 1. 2. Noch weniger genau kann die Lage vonPniel, I. Moſ. 32, 30 (Pnuel, Richt. 8, 8.) beſtimmt werden, daes nicht einmal gewiß ist, auf welcher Seite des Flusses dieser Ort ge-legen hat. I. Mos. 32, 22. 23 wird ausdrücklich gesagt, daß Jakobüber den Jabok, also von der nördlichen auf die südliche Seite desFlusses ging; demnach müßte also Pniel südlich vom Jabok gelegenhaben. Nimmt man dagegen, wie Einige wollen, an, daß, als Jakob

hinübergeführt hatte; Cap. 32, 23, was er hatte, er wiederzurückgegangen sei auf die Nordseite des Flusses, um allein zu sein,Cap. 32, 24, dann hätte man allerdings hier Pniel zu suchen. Hier-gegen kann aber mit Recht eingewendet werden, daß es höchst unwahr-scheinlich sei, daß Jakob, bei der Furcht, in welcher er sich, seinem Bru-der Esau und dessen 400 Mann gegenüber, befand, sich während derNacht von den Seinigen getrennt, ja so getrennt habe, daß er durcheinen Fluß von ihnen getrennt war. — In diesem Falle hätte dannauch Jakob wieder über den Jabok zurückgehen müssen, um bei denSeinigen zu sein und mit ihnen weiter zu ziehen; denn er wirddoch wohl nicht auf der Nordseite des Flusses allein seine Reise fort-gesetzt haben, während alle Andern auf der Südseite weiter reisten.Eben so unwahrscheinlich ist es, daß er die Seinigen am andern Morgenwieder abgeholt und von der Südseite auf die Nordseite des Flusses geführthabe. Die Bibel meldet eben so wenig etwas von einem solchen Hin-und Herziehen. Und warum sollte Jakob nicht auch auf der Südseitedes Flusses gebetet und gerungen, und auf derselben Seite seine Reisefortgesetzt haben, konnte er sich doch auch hier von den Seinigen fürdiese Zeit trennen, um allein zu sein! Da man nun weder nördlich,noch südlich vom Jabok irgend eine Spur mehr findet, die über dieLage der Stätte Pniel Aufschluß geben könnte, und sich auch sonst nichtsfindet, was gegen die Annahme streitet, Pniel habe südlich vom Jabokgelegen; so sprechen wir uns aus den oben angeführten Gründen fürLetzteres aus; nehmen alſo an, daß, als Jakob die Seinigen von Ma-hanaim aus über den Jabok auf die Südseite geführt hatte, er hiergebetet und gerungen und seine Weiterreise auf dieser Seite fortgesetzthabe. So haben wir denn auch Pniel auf unserer Karte südlich vomJabok verzeichnet. Ist dieses richtig, dann muß das Suchoth, wel-ches I. Moſ. 33, 17 erwähnt iſt, auch auf der Südſeite des Jabok ge-legen haben; jedenfalls aber lag es noch auf der linken Jordanseite, nachRicht. 8, 4. 5. Neuere Reisende wollen nun dieses Suchoth wirklichauf der Südseite des Jabok gefunden haben, wodurch unsere Ansichtfür die Lage Pniel's als die richtige bezeichnet wird. Noch mehr ge-winnt die Ansicht, daß Pniel und Suchoth auf derselben Seite desJabok gelegen haben, Bestand dadurch, daß es Richt. 8, 8 heißt: Under (Gideo) zog von dannen (Suchoth) hinauf, d. h. den Fluß Jabokentlang, höher hinauf, seiner Quelle zu, gen Pniel. Ferner! Wie wirI. Mos. 32, 3 ff. lesen, zog Jakob seinem Bruder Esau entgegen, nachdem Gebirge Seir hin, südlich vom tödten Meere. Nach dieser Richtunghin also nahm Jakob seinen Reiseweg; darum hatte er auch mitAllem, was er mit sich führte, den Jabok überschritten. Da er nunbald darauf mit Esau zusammentrifft und beide Brüder versöhnt voneinander scheiden, so setzt Jakob seinen Weg „auf der Südseite desJabok“ weiter fort, und schlägt seine Hütten auf zu Suchoth. Woist dieses nun anders zu suchen als südlich vom Jabok? Auch soll diein der Gegend des vorhin erwähnten Suchoth noch heute vorkommendeThon=Erde sich recht gut zur Bereitung von Gefäßen gebrauchen lassen,wie zu Salomo's Zeit, I. Kön. 7, 46.Salem bei Sichem, wo sich Jakob auf seiner Reise aus Haran,von Suchoth kommend, niederließ, wird von Einigen so verstanden, alshieße es soviel wie glücklich, wohlbehalten, d. h. Jakob sei glück-lich, wohlbehalten bei Sichem angekommen. Andere aber nehmen einenwirklichen Ort Salem an, und ein noch jetzt in der Nähe liegendesDorf, welches Salim heißt, dürfte eine solche Annahme begründen;weshalb auch wir nordöstlich von Sichem ein Salem auf unserer Karteverzeichnet haben.+ Ephrata. Von Bethel kam Jakob nach Ephrata, das ist dasspätere Bethlehem. Unterwegs starb Rahel und wurde einen Feldwegvon diesem Orte begraben. Es ist bemerkenswerth, daß Jakob, der