Die Kleidung. 87
Eine Hauptsache aber bei „alledem und alledem"ist, daß die junge Hausfrau immer und zu jeder Zeit,sich uie anders als uett und ordentlich zeige, welches jaweder große Mühe, noch große Auslagen macht. Einebedeutende Autorität in Haushaltungsangelegenheiten,Frau Scherr, geb. Kübler, verlangt zwar, dieHausfrau solle morgens gleich ganz angekleidet erschei-nen, aber ich glaube, daß in bescheidenen Verhältnissenund besonders wenn erst einmal Kinder da sind, diessich schwer durchführen lassen möchte und eine andereAutorität, Henriette Davidis („Hausfrau"),gestattet dagegen „einen Morgenrock, zum Waschen ein-gerichtet, einfach und nett um die Taille anschließend,„mit einem schlichten, weißen Krügelchen und da, wegen„der übrigen Besorgungen zu zeitraubend, das Haar„nicht geordnet werden kann, ein einfaches, kleidsames„Morgenhäubchen."
Was von den Kleidern, das gilt auch von denMänteln, Umhängen und Hüten, guter Stosf undeinfache, möglichst geschmackvolle und mög-lichst wenig auffallende Form und möglichstwenig verschnitten.
Schuhe und Handschuhe sind in Beziehungauf Sparsamkeit auch sehr zu berücksichtigen, doch über-treibe man sie, wenn man für eine gebildete Frau gel-ten will, besonders bei letzteren nicht, und unbegreiflichist, wie man sonst sehr geputzte Personen ohne Hand-schuhe sehen kann! Indessen läßt sich, bei guter
Ileberlegung, auch dabei viel ersparen. Zuerst nehmeinan von Handschuhen nur feine Sorten, die langehalten und hernach noch immer gereinigt und gefärbtwerden können, schwedische oder dänische; helle Glacesnur zur ganz feinen Toilette; schwarze Glaxös sind da-gegen sehr haltbar und zum gewöhnlichen Gebrauche diebesten, auch Trikothandschuhe manchmal passend, und fürden Markt oder sonstige Einkäufe im Sommer, Halb-handschuhe sehr praktisch. Neue Handschuhe ziehe man