zuteilen und da haben wir nun zuerst und am meistenverbreitet die Zichorie, obgleich sie für gar nicht gesundgilt und iiberdem auch in mannigfaltigster Weise gefälschtwerden soll, wie ein berühmter Chemiker, indem er vorgemahlenen! Kaffee warnt, berichtet: „Der Spezereihändlerverfälscht seinen Kaffee mit Zichorie; der Zichorienfabrikantverfälscht sein Produkt mit venetianischem Bolus, um dasAuge des Spezereihändlers zu täuschen, und endlich mischtder Bolusgräber seine rote Siegelerde mit Ziegelmehl, weildies viel billiger ist."
Als bestes und wenigstens nicht schädliches Surrogatwird der Feigenkaffee gerühmt und er soll sogar in denberühmten Wiener Cafös gebraucht werden, aber er ist auchziemlich teuer und Surrogat bleibt eben immer Surrogatund ich habe nur eines kennen gelernt, welches wirklichkaum als solches zu erkennen ist, die schwedischeKaffeewicke (^otrvAalus dastious), die jeder, der überein Fleckchen Land verfügt, selbst ganz leicht ziehen undderen Samen man bei jedem Handelsgärtncr erhalten kann.Die Wicken werden mit dem Kaffee zugleich gebrannt;man läßt diesen zuerst ein wenig rösten und gibt dannerst die Wicken hinein, welche schwarzbraun geröstet werdenmüssen. Setzt man ein Drittel Kaffee zu, so ist das Ge-tränk sehr gut und mit dem Zusatz eines Fünftels auchnoch recht gut, dabei sehr bekömmlich und besonders dazu empfehlen, wo der echte Kaffee nicht gut vertragen wird.
In meinem Hause wird keinerlei Kaffeesurrogat ge-