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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
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♦Festtafel.

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Die Mitte ist frei und lässt einen grossen Raum, der durcheine Menge von Vorsclmeidern und Kellnern erfüllt ist, welchevon den entferntesten Theilen her alles bringen und anbieten,was der Gast nur wünschen mag.

Hier findet sich vortheilhaft aufgestellt Alles, was dieNatur in ihrer Verschwendung zur Ernährung des Menschengeschaffen hat. Diese Schätze sind nicht nur durch ihreVerbindung, sondern auch durch die Umwandlungen, vveichedie Kunst sie eingehen licss, verhundertfacht. Diese Zauber-kraft hat zwei Welten vereinigt, die Reiche der Natur zu-sammengeschmolzen und die Entfernungen genähert. DerGeruch, der sich von diesen wunderbaren Schüsseln erhebt,durchdnftet die Luft und erfüllt sie mit anregenden Gasen.

Unterdessen springen ebenso schöne als wohlgekleideteJünglinge im äussern Kreise umher und bieten beständigBecher mit herrlichen Weinen gefüllt an, welche bald denGlanz des Rubins, bald die bescheidene Farbe des Topaseshaben.

Geschickte Musiker, die in den Seitengallerien der Kuppelaufgestellt sind, lassen von Zeit zu Zeit melodische Accordeeiner ebenso künstlichen als einfachen Harmonie ertönen.

Dann heben sich alle Köpfe, die Aufmerksamkeit wirdgeweckt und während dieser kurzen Zwischenzeit werden alleUnterhaltungen unterbrochen. Bald aber beginnen sie wie-der mit neuem Reize, es scheint als gebe dieses neue Ge-schenk der Götter der Einbildungskraft mehr Frische, demHerzen mehr Hingebung.

Das Priestercollegium kommt an den Rand des Raumes,wenn das Tafelvergnügen die Zeit erfüllt hat, die ihm be-stimmt ist; sie nehmen jetzt Theil am Bankette, mischen sichunter' die Gäste, und schlürfen mit ihnen den Mokka, dender Gesetzgeber des Orients seinen Schülern erlaubt hat.Der Balsamtrank raucht in vergoldeten Tassen, und dieschönen Dienerinnen des Heiligthumes gehen umher, undbieten den Zucker an, der seine Bitterkeit versüsst. Siesind reizend, und doch hat die Luft, die man in Gasterea's