Druckschrift 
Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
Seite
274
Einzelbild herunterladen
 

274

Vortheile.

1

2. Er ist gewiss, die Summe, die er für sein Mahl be-stimmt hat, nicht zu überschreiten, da er im Voraus denPreis jeder Schüssel kennt, die er sich bestellt.

3. Hat der Gast einmal mit seiner Börse abgerechnet,so kann er je nach Belieben ein solides, leichtes oder deli-cates Mahl einnehmen, es mit den -besten französischenund fremden Weinen begiessen, mit Mocca und den Likö-ren zweier Welten durchgeisten, ohne andere Grenzen alsdie Kraft seines Appetites und die Capacität seines Magens.Der Salon einer Speisewirthschaft ist das Eden der Fein-schmecker.

4. Ferner ist die Speisewirthschaft ein sehr bequemesDing für Reisende, Fremde, für solche, deren Familie aufdem Lande wohnt, und mit einem Worte für alle solche,welche keine Küche zu Hause haben oder derselben für denAugenblick entbehren müssen.

Vor der Zeit, von der wir sprechen (1770), erfreutensich die Grossen und Mächtigen allein zweier grosser Vor-theile : sie reisten schnell und speisten immer gut.

Die Einrichtung der neuen Postwägen, die dreissigMeilen in 24 Stunden machen, hat das erste Privileg auf-gehoben*), die Einrichtung der Speisewirthschaften hat daszweite vernichtet, durch sie ist jedem der Zutritt zur bestenTafel geöffnet.

Jedermann, der fünfzehn oder zwanzig Franken in derTasche hat, und sich an den Tisch einer Speisewirthschaftersten Ranges setzt, speist ebenso gut und sogar besser, alsan der Tafel eines Fürsten, denn das Mahl ist ebensoglanzvoll, und da er die Schüsseln bestellen kann, so wirder durch keine persönliche Rücksicht beschränkt.

Untersuchung eines Salons.

141. Der Salon einer Speisewirthschaft bietet dem be-obachtenden Auge eines Philosophen, der ihn sorgfältig be-

*) Und gar die Eisenbahnen! C. V.