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Herr Greffiühe.
I
Einen Monat später besuchte mich Herr Greffulhe wie-der und hielt mir etwa folgende Eede:
„Lieber Herr," sagte er, „ich habe Ihr Recept befolgt, alswenn mein Leben davon abgehangen hätte, und in der Thatgefunden, dass das Gewicht meines Körpers im Laufe diesesMonats um drei Pfund, vielleicht etwas mehr abgenommenhat. Ich musste aber, um zu diesem Kesultate zu gelangen,allen meinen Liebhabereien, allen meinen Gewohnheiteneine solche Gewalt anthun, ich musste mit einem Wortesoviel leiden, dass ich Ihnen jetzt bestens für Ihren gutenKath danke, auf alles Gute verzichte, das er mir hätte brin-gen können und mich für die Zukunft den Beschlüssen derVorsehung in dieser Hinsicht unterziehe."
Nach diesem Entschlüsse, den ich nicht ohne Betrübnisshörte, kam denn auch was folgen musste. Herr Greffulhewurde dicker und dicker, litt an allen Übeln Folgen deräussersten Fettleibigkeit und starb kaum vierzig Jahre altan einer Erstickungskrankheit, die ihn befallen hatte.
Allgemeines.
108. Jede Behandlung der Fettleibigkeit muss mit fol-genden drei Vorschriften der absoluten Theorie begonnenwerden: Massigkeit im Essen, Enthaltsamkeit im Schlaf,Bewegung zu Fuss oder zu Pferde.
Die Wissenschaft bietet uns diese Hülfsmittel in ersterLinie, doch zähle ich sehr wenig darauf, weil ich Menschenund Dinge kenne und weil jede Vorschrift, die nicht buch-stäblich befolgt wird, wirkungslos bleibt.
Nun muss man erstens eine grosse Willenskraft haben,um noch einigermaassen hungrig vom Tische aufzustehen,denn so lange das Bedürfniss dauert, zieht ein Bissen denandern unwiderstehlich nach sich und im Allgemeinen isstman eben so lange, als man Hunger hat, trotz den Doctorenund nach dem Beispiel der Doctoren.
Zweitens: Dicken Leuten vorschreiben, dass sie frühaufstehen sollen, heisst ihnen das Herz brechen. Sie behaup-