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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
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Ohne Schlaf.

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er erhielt sich auf folgende Weise: erst Wasser, dannleichte Nahrungsmittel, darauf Wein, später starke Fleisch-brühen und zuletzt Opium.

Ich traf eines Tages einen mir von der Armee her be-kannten Courier, der aus Spanien zurückkam, wohin dieRegierung ihn mit Depeschen geschickt hatte. Er hatte dieReise in zwölf Tagen gemacht und sich in Madrid nur vierStunden aufgehalten; — einige Gläser Wein und einigeTassen Fleischbrühe waren Alles, was er während dieserlangen Reise von schlaflosem Gerüttel zu sich genommenhatte. Er behauptete, dass festere Nahrungsmittel ihm ohneZweifel die Fortsetzung seiner Reise unmöglich gemachthohen würden *).

Von den Träumen.

97. Die Diät hat keinen geringen Einfluss auf denSchlaf und die Träume.

Der Hungrige kann nicht "schlafen. Die Leere seinesMagens erhält ihn in schmerzlichem Wachen und wenn seineSchwäche und die Erschöpfung seiner Kräfte ihn überwäl-tigen, so ist sein Schlummer unruhig und unterbrochen.

Wer im Gegentheile bei seiner Mahlzeit die Grenzen desAnstandes überschritten hat, fällt unmittelbar in tiefenSchlaf**); — wenn er träumt, so bleibt ihm keine Erinne-rung, weil das Nervenfluidum sich in den Empfindungs-kanälen nach allen Richtungen hin kreuzt, deshalb wacht er

*) Zu Napoleons Zeiten wurden die Courier-Reisen nach Spa-nien als versteckte Todesurtlicile angesehen. Die Leute musstenwährend mehrer Tage ohne Aufhören, ohne schlafen oder essenzu können, unter beständiger Lebensgefahr Tag und Nacht reiten,und kamen meist mit einer tödtliehen UnterleibsenUündung im Haupt-quartier an, die sie binnen wenigen Stunden hinraffte. MehreLiebhaber Paulineus sollen dies Loos gehabt haben. C. V.

**) Man schläft nicht besser, sagt ein altes Sprichwort derBauern im hessischen Hinterlande, wie wenn der "Wanst nebenEinem liegt, wie eine Metze Korn. C. V,