Nachtwandler.
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Eines Abends war ich länger als gewöhnlich aufgeblie-ben und an meinem Schreibtische mit Untersuchung eini-ger Papiere beschäftigt, als ich die Thüre meines Zimmers,die ich fast niemals verschloss, aufgehen hörte und denMönch im vollkommenen Zustande des Nachtwandeins ein-treten sah.
Seine starren Augen waren geöffnet; er hatte nur dasSchweisshomd an, in dem er schlief und in der Hand eingrosses Messer.
Er ging gerade auf mein Bette los, dessen Stellung erkannte und schien mit der Hand zu tasten, ob ich darinliege; dann führte er drei so heftige Stösse auf das Betteaus, dass er nicht nur die Decken, sondern auch die Matrazeoder vielmehr die an ihrer Statt befindliche Strohmattedurchbohrte.
Als er an mir vorüberging, hatte er die Augenbrauengerunzelt und das Gesicht verzerrt. Nachdem er gestossenhatte, drehte er sich um und ich sah, dass sein Gesicht sichentrunzelt hatte und den Ausdruck der Befriedigung zeigte.
Der Schimmer zweier Lampen, die auf meinem Schreib-tische standen, machte auf seine Augen nicht den mindestenEindruck; er ging, wie er gekommen war, schloss sorgfältigdie beiden Thüren, die in meine Zelle führten und kehrtegeraden Weges ruhig in seine Zelle zurück.
Sie können sich denken, fuhr der Prior fort, in welchenZustand mich diese schreckliche Erscheinung versetzte.Ich zitterte vor Entsetzen über die Gefahr, der ich entron-nen war und dankte der Vorsehung, war aber so aufgeregt,dass ich die ganze Nacht kein Auge schliessen konnte.
Am anderen Morgen Hess ich den Nachtwandler rufenund fragte ihn ohne Affeetation, wovon er in der letztenNacht geträumt habe.
Bei dieser Frage wurde er betreten. „Ehrwürdiger Va-ter," sagte er, „ich habe einen so seltsamen Traum gehabt,dass es mir wirklich Leid thun sollte, Ihnen denselben zuerzählen; es war gewiss eine Eingebung des Bösen und" ...
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