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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
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Diner bei Horaz.

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gekeltert (nata mecum consule Manliü), und die Unterhaltungdes wollüstigen Dichters kam, so würde ich auf das Bestegespeist zu haben glauben.

At mihi cum longum post tempus venerat hospesSive oporum vacuo, longum conviva per imbrernVicinus, bene erat, non piscibus urbe petitis^Sed pullo atque haedo, tum*) pensilis uva secundasEt nux ornabat mensas, cum duplice neu.

Besuchte mich einmalNach langer Zeit ein Gastfreund, oder kamAn einem müss'gen Regentag ein NachbarZu mir herüber, ein willkomm'ner Gast,So schickt' ich nicht, um gütlich uns zu thun,Nach Fischen in die Stadt; ein Huhn mit einem BöckchenGab uns ein köstlich Mahl; der Nachtisch wurdeMit trock'nen Trauben, Nüssen, grossen FeigenGar stattlich ausgeschmückt.

(Wielands Ucbersetzung.)

So mögen sich gestern oder vorgestern ein halbes DutzendFreunde an einem gekochten Schafsschlegel und gebratenenNierenschnitten ersättigt haben, die sie mit klarem Orleansoder Medoc hinabspülten, und während sie den Abend miteinem freundlichen und zutraulichen Gespräch voll Hingebunghinbrachten, vergassen sie vollkommen, dass es feinere Ge-richte und bessere Köche geben kann.

Im Gegentheile gibt es kein Tafelvergnügen, mögen auchdie Speisen noch so gut und die Nebendinge noch so pracht-voll sein, wenn der Wein schlecht, die Gäste ohne Wahlzusammengewürfelt, die Gesichter traurig sind und das Mahlin Eile verschluckt wird.

*) Der Nachtisch findet sieh durch die Worte „tum" und „se-cundas mensas" hinreichend bezeichnet.