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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
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Nebendinge.

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Industrielle Nebendinge.

75. Die menschliche Industrie hat es sich in unmittelbarerFolgerung aus diesen Vorbedingungen zur Aufgabe gemacht,das Tafelvergnügen möglichst zu verlängern und zu ver-grössern.

Einige Dichter beklagten sich, dass der Hals zu kurzsei, um ein längeres Schmeckvergnügen zu gestatten; anderebedauerten die geringe Capacität des Magens, und man gingim Alterthume sogar so weit, dieses Eingeweide der Sorgefür die Verdauung einer ersten Mahlzeit zu entheben, umsich das Vergnügen zu gönnen, eine zweite zu verschlucken.

Das war gewiss die ausserste Anstrengung, die manmachen konnte, um die Geschmacksgenüsse zu erweitern;da man aber dennoch nicht nach dieser Seite die von derNatur gesetzten Grenzen überschreiten konnte, so warf mansich auf die Nebendinge, die mehr Erweiterung zuliessen.

Man zierte Becher und Gefässe mit Blumen, bekränztedie Gäste, speiste unter freiem Himmel in Gärten und Hainenmitten unter allen Wundern der Natur.

Man verband mit dem Tafelvergnügen die Reize desGesanges und den Ton der Instrumente. Der Sänger De-modokos sang die Thaten und Krieger der Vergangenheit,während der Hof des Königs der Phäaken speiste.

Tänzer, Taschenspieler und Mimen beider Geschlechtermit oder ohne Kostüm beschäftigten die Augen, ohne denGenüssen des Geschmackes zu schaden; die ausgezeichnetstenWohlgerüche erfüllten die Luft; man Hess sich selbst durchdie unverschleierte Schönheit bedienen, so dass alle Sinne zuallgemeinem Genüsse berufen waren.

Ich könnte mehrere Seiten mit den Beweisen des Ge-sagten füllen. Man braucht nur die griechischen und römi-schen Autoren, sowie unsere alten Chroniken abzuschreiben;aber Untersuchungen dieser Art wurden schon oft gemachtund die leicht gewonnene Gelehrsamkeit hatte wenig Ver-dienstliches! Ich erwähne also als bekannt, was Andere