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Literaten.
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hebe es für ein ander Mal auf; ich habe immer gehört, manmüsse mit Arzneimitteln nicht spassen."
Die Literaten.
66. Das Literatenquartier liegt im Reiche der Pein-schmeckerei hart neben dem Stadtviertel der Aerzte.
Zur Zeit Ludwig's des Vierzehnten waren die LiteratenTrunkenbolde; sie lebten mit der Mode und die Denkwür-digkeiten aus jener Zeit erzählen davon erbauliche Dinge.Heut zu Tage sind sie Feinschmecker; das ist eine Ver-besserung.
Ich bin nicht der Ansicht des Lyrikers Geoffroy, derbehauptete, die heutigen Schriftwerke seien kraftlos, weilihre Verfasser nur Zuckerwasser tränken.
Ich glaube im Gegentheile, dass hier ein doppeltes Miss-verständniss herrscht, sowohl hinsichtlich der Thatsachen,als auch hinsichtlich der Folgen.
Unsere Zeit ist reich an Talenten; sie schaden sich viel-leicht durch ihre Menge; aber die Nachwelt, welche mitmehr Ruhe urtheilt, wird Manches zu bewundern finden;gerade so wie wir den Werken von Racine und Moliere Ge-rechtigkeit angedeihen lassen, die von ihren Zeitgenossenmit Kälte aufgenommen wurden.
Niemals war die Stellung der Literaten in der Gesell-schaft angenehmer als jetzt. Sie wohnen nicht mehr, wiefrüher, unter den Dächern; die Felder der Literatur sindfruchtbar geworden; die "Wellen der Hippokrene rollen Gold-körner am Boden; Jedermann gleichgestellt, hören sie nichtmehr die Sprache des Protectorats und werden obenein vonder Feinschmeckerei mit Liebkosungen überhäuft.
Man lädt die Literaten ein, weil man ihre Talente achtet,weil ihre Unterhaltung meist einen besonderen Reiz hat unddann auch, weil seit einiger Zeit jede Gesellschaft ihre Lite-raten haben muss.
Diese Herren kommen stets ein Wenig spät; man empfängt