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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
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Getränke.

Das Wasser ist das natürlichste Getränk. Es findet sichüberall, wo es Thiere giebt, ersetzt für die Erwachsenen dieMilch und ist uns ebenso nothwendig als die Luft.

Wasser.

Das Wasser ist auch das einzige Getränk, welches wirk-lich den Durst stillt; deshalb kann mau auch nur wenigdavon trinken. Alle übrigen Flüssigkeiten, die sich derMensch eingiesst, sind nur Palliativmittel und wenn er sicheinzig an das Wasser gehalten hätte, würde man niemalsgesagt haben, eines seiner Privilegien sei, über den Durstzu trinken.

Specielle Wirkung der Getränke.

Die Getränke werden im Körper mit grosser Leichtigkeitaufgesaugt; ihre Wirkung ist sehr schnell und die Erleich-terung, die sie gewähren, fast augenblicklich. Gebt einemermüdeten Menschen die kräftigsten Nahrungsmittel — erwird sie kaum essen und Anfangs keine Wirkung spüren.Gebt ihm ein Glas Wein oder Branntwein, und im Augen-blicke lebt er auf und befindet sicli besser.

Ich kann diese Theorie durch eine merkwürdige That-sache unterstützen, die ich meinem Neffen, dem OberstenGuignard, verdanke, der sonst wenig erzählt, aber auf dessenWahrhaftigkeit ich Häuser bauen kann.

Er war an der Spitze einer Truppenabtheilung, die vonder Belagerung von Jaffa zurückkam, und nur einige hundertKlafter von dem Orte entfernt, wo man Halt machen undWasser finden sollte, als man hie und da auf der StrasseLeichname von Soldaten fand, die Tags vorher durchmarschirtund vor Hitze gestorben waren.

Unter den Opfern des brennenden Klimas befand sichein Scharfschütze, den einige Soldaten von der Truppe meinesNeffen kannten.