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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
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Fabrikation.

:

I

Vorerst muss mau den guten Kakao kennen und ihn nurganz rein brauchen wollen, denn auch die besten Sendungenenthalten verdorbene Bohnen, die man aus wohlverstandenemInteresse aussondern sollte. Ferner ist die Eöstung desKakaos eine äusserst heikle Operation; sie verlangt einenfeinen Takt, der der göttlichen Eingebung nahe kommt. Esgibt Arbeiter, die diesen Takt von Natur besitzen und diesich niemals irren.

Auch bedarf es eines ganz besonderen Talentes, um dieMenge des Zuckers, der beigemischt werden soll, zu bestim-men. Diese Bestimmung darf nicht aus einer unabänder-lichen Koutine geschöpft werden, sondern muss von demArom der Bohne und dem Grade der Röstung abhängen.

Die Zerkleinerung und Mischung müssen sehr sorgfältigüberwacht werden, denn von ihrer Vollkommenheit hängtzum Theile der Grad der Verdaulichkeit der Chocolade ab.

Die Wahl und Menge der Arome muss ebenfalls wohlerwogen werden und darf nicht gleich sein für diejenigenChocoladon, die als Nahrungsmittel dienen, wie für die-jenigen, die als Zuckerwerk geknuspert werden sollen. Auchändert sich das Verhältniss, je nachdem Vanille in die Massekommen soll oder nicht, so dass also zur Bereitung einerausgezeichneten Chocolade eine Menge schwieriger Glei-chungen verschiedener Grade aufgelöst werden müssen, vondenen wir Nutzen ziehen, ohne an die Schwierigkeit derLösung zu denken.

Seit einiger Zeit benutzt man Maschinen zur Fabrikationder Chocolade. Unsers Erachtens trägt das durchaus Nichtszur Vervollkommnung bei, wohl aber zur Verminderung derHandarbeit, weshalb auch diejenigen, welche mit Maschinenarbeiten, die Waare wohlfeiler liefern könnten. Statt dessenverkaufen sie meist theurer, ein neuer Beweis, dass derwahre Handelsgeist nocb nicht in Frankreich eingebürgertist, denn aller Gerechtigkeit nach sollte die durcb die Ma-schine gebotene Erleichterung dem Producenten wie demConsumenten in gleicher "Weise zu Statten kommen.