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Rangordnung der verschiedenen Geschmacks-empfindungen.
12. Der Geschmack hat keine so reiche Mitgift wie dasGehör; dieses kann verschiedene Töne zu gleicher Zeit hö-ren und vergleichen; jener dagegen ist einfach in seinerThätigkeit und kann nicht zwei Geschmäcke zu gleicherZeit empfinden.
Aber der Geschmack kann verdoppelt und seihst durcheine gewisse Reihenfolge vervielfältigt werden, denn mankann bei demselben Schlucke nach und nach ein zweites unddrittes Gefühl empfinden, die man durch die Worte Nach-geschmack und Blume bezeichnen kann, ganz so wie ein
Es vereinigen sieh in ihr die Tastempfindungen, die eigentlichenGeschmacksempfindungen, der Geruch und die Nachgeschmäcke.
Zur Entwicklung der vollständigen Geschmacksempfindung ge-hört ohne Zweifel Mitwirkung der Bewegung. Deshalb das Gur-geln, Schlürfen, Umdrehen und alle jene oft sehr complicirtenMuskelbewegungen, welche wir beim eigentlichen Kosten ausführen.
Mit der Geschmacksempfindung mischt sich die Geruchsempfin-dung und stellt mit ihr erst, wie der Verfasser sehr richtig ausge-führt hat, die volle Empfindung dar.
Ein grosser Theil der Nachgeschmäcke beruht gewiss nur aufdieser Geruchsempfindung, die erst in voller Stärke wirkt, wennder Bissen den Gaumen passirt hat und vor den hinteren Nasen-öffnungen vorbeigleitet.
Manche Nachgeschmäcke scheinen darauf zu beruhen, dass dievier Hanptkategorien der Geschmäcke in folgender Zeitfolge zumBewusstsein kommen: salzig, süss, sauer, bitter — weshalb ge-mischte Substanzen z. B. einen salzigen oder süssen Vorgeschmackund einen bitteren Nachgeschmack haben können.
Endlich dürften andere Nachgeschmäcke darauf beruhen, dassdie schmeckenden Substanzen im hinteren Gaumen und im Racheneine andere Empfindung erzeugen, als auf der Zungenwurzel, überwelche sie zuerst gleiten.
Die reflektirte Geschmacksempfindung endlich gehört garnicht dem Organe, sondern nur dem Centralorgane des Gehirnes zu.
C. V.
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