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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
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Nutzen des Geschmackes.

Man findet auf etwas höherer Stufe unter den ThierenWesen, die keiner Ortsbewegung fähig sind; — in einerUmgebung geboren, die ihre Existenz erleichtert, besitzensie besondere Organe, welche aus dieser Umgebung Allesaufnehmen, was nöthig ist, um sie während ihrer Lebens-dauer zu erhalten. Diese suchen nicht ihre Nahrung, dieNahrung sucht sie.

Die Thiere, welche sich frei bewegen und unter denender Mensch ohne Zweifel das vollkommenste ist, nähren sichauf andere Weise. Ein besonderer Instinct belehrt sie überdie Notwendigkeit der Nahrung. Sie suchen, bemächtigensich der Gegenstände, welchen sie die Fähigkeit, ihr Be-diirfniss zu befriedigen, zutrauen; sie essen, frischen ihreKräfte auf und durchlaufen auf diese Weise die ihnen zuge-wiesene Bahn des Lebens.

Man kann den Geschmack aus drei verschiedenen Ge-sichtspimkten betrachten.

Im physischen Menschen ist es das Organ, mittelst des-sen die schmeckenden Gegenstände geprüft werden.

Tom moralischen Gesichtspunkte aus ist es die Empfin-dung, welche das von einem schmeckenden Körper gereizteOrgan im Centralnervensysteme erregt und vom materiellenGesichtspunkte aus ist der Geschmack die specielle Eigen-schaft, welche ein Körper besitzt, das Organ zu reizen unddie Empfindung zu erzeugen.

Der Geschmack scheint einen doppelten Nutzen zu ha-ben. 1. Durch das Vergnügen ladet er uns ein, die stetenVerluste zu ersetzen, welche wir durch die Lebensthätigkeiterleiden. 2. Er hilft uns bei der Wahl unserer Nahrungs-mittel aus denjenigen Gegenständen, welche die Natur unsbietet.

Bei dieser Auswahl wird, wie wir später sehen werden,der Geschmack wesentlich vom Gerüche unterstützt; dennman kann behaupten, dass im Allgemeinen die nährendenSubstanzen weder dem Geschmacke noch dem Gerüche zuwi-der sind.