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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
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Zweck der Sinne. 7

Vielleicht kommt die Tastempfindung auch noch an dieKeine, und wer weiss, welche Quellen neuer Genüsse einglücklicher Zufall uns hier entdecken lassen kann. Es istdies um so wahrscheinlicher, als das Tastgefühl sich überden ganzen Körper erstreckt und also überall erregt wer-den kann.

Macht des Geschmackes.

allemit

4. Wir haben gesehen, dass die physische LiebeWissenschaften überwältigt hat. Sie handelte hierbeijener Tyrannei, welche sie stets charakterisirt.

Der Geschmack, diese klügere und maassvollere Function,die deshalb nicht weniger thätig ist, hat sich mit einer ge-wissen Langsamkeit, welche den Erfolg sichert, zu dem-selben Eesultate emporgerungen.

Wir werden an einem anderen Orte diesen Gegenstandweiter verfolgen; wir wollen hier nur einstweilen bemerken,dass der Gast bei einem reichen Mahle in einem mit Spie-geln*), Gemälden, Skulpturen und Blumen geschmückten,mit duftenden Wohlgerüchen durchräucherten Saale in Ge-sellschaft schöner Frauen und bei den Tönen einer liebli-chen Musik keine grosse Anstrengung seiner Denkkraft zumachen braucht, um zu finden, dass alle menschlichen Wissen-schaften in Bewegung gesetzt worden sind, um die Genüssedes Geschmackes zu erhöhen und gebührend einzurahmen.

Zwecke der Sinnesthätigkeit.

5. Fassen wir nun in einem allgemeinen Ueberblickdas Gesammtsystem unserer Sinne zusammen, so sehen wir,dass der Schöpfer zwei Ziele hatte, von welchen das einedie nothwendige Folge des anderen ist: die Erhaltung desIndividuums und die Fortdauer der Art.

*J Spiegel gehören unserer Ansicht nach nicht in einen Spei-sesaal. Warum soll man das Bild so mancher unschönen Esservervielfältigen? C. V.