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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
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Tliätigkeit der Sinne. 3

sie dort reflectirt, verglichen und beurtheilt und da baldalle Sinne sich gegenseitig unterstützten, zum Nutzen undzur Wohlfahrt des sinnlichen Ichs oder, was das Nämlicheist, des Individuums ausgebildet.

' So verbesserte das Gefühl die Fehler des Gesichtes; derTon wurde mittelst der Sprache der Dolmetsch der Gedan-ken; der Geschmack wurde vom Gesicht und Geruch un-terstützt; das Gehör verglich die Töne und beurtheilte dieEntfernung, und der Geschlechtssinn bemeisterte sish allerübrigen Sinnesorgane.

Der Strom der Zeiten rollte über die Menschengattungdaliin und brachte stets neue Verbesserungen, deren stetswirksame, aber häufig verkannte Ursache in den Bedürf-nissen unserer Sinne liegt, welche stetig und abwechselndangenehm beschäftigt sein wollen.

So erzeugte das Gesicht die Malerei, die Bildhauerkunstund die Schauspiele aller Art;

das Gehör die Melodie, die Harmonie, den Tanz unddie Musik mit allen ihren Zweigen und Mitteln zur Aus-führung;

der Geruch die Auffindung, Cultur und Anwendung derGerüche;

der Geschmack die Erzeugung, Wahl und Zubereitungaller Nahrungsmittel;

das Gefühl alle Künste, Handwerke und Industrien;

der Geschlechtssinn Alles, was die Vereinigung der Ge-schlechter vorbereiten oder verschönern kann, und nament-lich seit Franz I. die romantische Liebe, die Coquetterieund die Mode, ganz besonders aber die Coquetterie, diein Frankreich geboren wurde, nur dort einen Namen hatund in der Hauptstadt der Welt gelehrt wird, wo die Blüthealler Nationen täglich darin Unterricht nimmt.

So seltsam dieser Satz auch scheinen mag, so lässt ersich doch leicht beweisen; denn in keiner alten Sprachekönnte man sich mit Klarheit über diese drei grossen He-bel der heutigen Gesellschaft aussprechen.

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