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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
Seite
XIX
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Gespräch.

XIX

Der Verfasser: Aber ich habe keinen Grund, anzuneh-men, d'ass sie eine Pflicht vernachlässigen werden, zu derenGunsten ich sie von vielen anderen Verpflichtungen entbin-den will.

Der Freund: "Werden und können sie für Ihr "Werkdiese Liebe eines Vaters, diese Aufmerksamkeit eines Verfas-sers haben, ohne welche jede Schrift sich in etwas linkischerWeise präsentirt?

Der Verfasser: Ich werde mein Manuscript corrigiren,abschreiben und gänzlich vervollständigen. Es braucht dannbloss noch gedruckt zu werden.

Der Freund: Und die Zufälle? Ach! Manch werth-volles Werk ist auf diese "Weise verloren gegangen, unteranderen das von Lecat über den Zustand der Seele währenddes Schlafes, woran er sein ganzes Leben gearbeitet Latte.

Der Verfasser: Das war ohne Zweifel ein grosser Ver-lust, aber ich bin weit entfernt, gleiches Bedauern ansprechenzu wollen.

Der Freund: Glauben Sie mir, Ihre Erben werden ge-nug zu thun haben mit der Kirche, dem Gerichte, denAerzten und mit sich selbst, und wenn nicht der gute Wille,so wird ihnen die Zeit fehlen, sich mit all den Dingen zubefassen, welche der Veröffentlichung eines jeden, auch deskleinsten Bändchens vorausgehen, sich gesellen und folgenmüssen!

Der Verfasser: Aber der Titel, der Gegenstand, dieSpötter?

Der Freund: Beim "Worte „Gastronomie" spitzt Alles.die Ohren; der Gegenstand ist in der Mode und die Spotteressen ebenso gern etwas Gutes, als die ernsten Leute. Dasmag Sie beruhigen; indessen ist es Ihnen auch nicht unbe-kannt, dass die würdigsten Herren zuweilen leichtfertigeWerke geschrieben haben, wie z. B. der Präsident vonMontesquieu*).

*) Herr von Montucla, Verfasser einer vortrefflichen Geschichte