Druckschrift 
Glvckwvnschendes Fried und Frewd Gedichte bey höchst erwünschter friedfertiger ankunfft deren mit unaufflöslichem Leib und Liebes Band ... in mitten wehrender Kriegsfeindlicher Zertrennung unlengst verbundener newvermählter Hoch-Fürstlicher Durchleuchtigkeiten Des ... Herren Iohans Vvilhelmen Pfaltzgraffen bey Rhein ... Samt der auch Durchleuchtigster ... Frawen Maria Anna Pfaltzgräffinn bey Rhein ... :
(auff newe art mit klingenden man- und weiblichen gepaart- und abgewechselten Heldenreimen)
Entstehung
Seite
24
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(24)Blitz Donner krachen hört; das Käyserbluht von SchwabenSo uns hersprossen (70) sie mit Glantz kan mehr begabenVor Rom des Romen Ruhm / aus Trojen Brand erbawt (71)Must'brennen ebenfals / (72) dem Glücke Teutschland trawiDie Wienisch' Donaw soll nur immer sieghafft trabenDer grosser Wunder-Flus / so nach dem Himmels-LichtDer ird'scher Sonnen nach den tieffen Eimer lenckt /Mit sechsig Flüssen-gus (73) die durstend' Awen trencktVnd seinen Wasser-Lauff durchs Mittel-Lande richt (74)Bekent / daß Ostreich sich kein Reich vergleiche nicht: (75)Die Bühel der Reben-Gott gantz Purpurroht beschencktMit reiffem Trauben-Wald- die Felder auch bedencktNegst Bacchus / Ceres mild / frucht=reichen Herbst versprichtPomona (76) Flora (77) samt in Baum- und Blumen-gartenDen gantz erfülten Schoß verschwendisch schütten aus /Sich selber krönten auch mit Saffran gelbem Straus / (78Kein reiche Awen Pracht / noch Gunst noch Kunst ersparten /Die lieblich Bächle nicht verletzt an steinlein wartenHalb zürnet rauschen lind durch Tähler Blumen krausO Ostreich Landen Land! du Teutsches Grentzen-Haus!Du Lust= und Burg=Hauß gleich / darob all Feind erstarten!Vor dir der blühtig' Mon (79) ab dessen wildem ZornDie Christen-Welt erschrack / in lauter Nacht verschwandDurck(70) Der Gräfflich=Gefürsketer Habspurgischer / und jetziger OsterreichischerStamm solle auß einem alten Schwabischen Geschlecht entsprossen sein / wie Cul-pinian. in Austr. schreibet. (71. Rom ist von des Eneas Nachtommen als der nachZerstörung Troja in Italien kommen erbawet auch einige Zeit beherschet worden.(72) Rom ist offtmahl eingenohmen / auch etliche mahlen gantz eingeäschert wor-den / als nemblich von dem Brennus / Alaricus / Gensericus / Totitas v.a.m. vndletztlich zu zeiten Käyser Carls des Fünfften. (73) Die Donaw wird vor / auch inOsterreich und ehe sich dieselb ins Meer ergieft mit mehr dan sechsig schiffbarerFlüssen vermehret. (74) Dannenher wollen einige daß das jetzig OsterreichischesWapen ein breiter silberner Baleke witten im rohten Feld herrührig seye. Lesejedoch Cuspinian. in Austr. (75) Allwo derselb Osterreich nach Würde beschreibet.und eines alten Spruchs gedencket/ daß Osterreich nichts gleiche. (76) Obst=Gött-inn in Italien vorzeiten geehret. (77) Blumen-Göttin zu Rom. (78) In Oster-reich wächset der bester Saffran. (79) Ein halber Mond das Türckisches Wapen.