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2 (1890)
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Historische Wanderung durch die alte Stadt Düsseldorf.

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errichtet werden, von welchem der Plan dem Fürstenvorgelegt, von ihm und seinen Räthen geprüft und gut-geheissen wurde." Die Zeit war eine dem Bauen sehrungünstige, weil unruhige, geldarme Zeit. Die Schreckendes Religionskrieges waren bis dicht an die Grenzen derHerzogthümer Jülich-Berg gedrungen, die Bilderstürmereifeierte im nahen Oberquartier Geldern ihre Orgien, Handelund Wandel lagen darnieder.* Da war auch für den Bau-herrn des Rathhauses, den Magistrat von Düsseldorf, guterRath theuer. Um die nöthigen Ziegelsteine zu bekommen,wandte er sich an den Fürsten „mit der ganz unter-thänigen fleissigen Bitte, dieselben wollen gnädig geruhen,dass sie einen Ofen Ziegelsteinen von der für den herzog-lichen Bau gestochenen Erde erhalten mögen, da dieseErde für dieses Jahr nicht gebraucht werden solle".

Der Bau wurde begonnen und gefördert, doch stelltensich unliebsame Hindernisse ein, in Folge des unerhörtgrossen Wasserstandes wurde der Giebel verletzt undsonst grosser Schaden angerichtet, kurz, das Geld in derBaukasse wurde knapp und so wandten sich Bürgermeister,Schöffen und Rath wiederum an den Herzog, „der andernStädten, auch Bürgern und Privatpersonen, die etwasansehnliche und zierliche Gebäude in Städten mit Brand-giebeln aufrichten wollen, aus fürstlicher Milde und eigenemAntrieb gnädigen Vorschub und Hülfe jederzeit geneigtist", mit der Bitte, auch ihnen zur Vollendung des ange-fangenen Baues zu Hülfe zu kommen. — Die Haustein-arbeiten waren von den Brüdern Meistern Ludwig undDiedrich von Hain in den Jahren 1567—1570 nach Accordangefertigt worden, worüber eine bemerkenswerthe Rech-nungsaufstellung im Stadtarchiv vorliegt. Am 23. October1570 schloss der Magistrat mit Meister Heinrich Tusch-mann von Duisburg einen Vertrag „und hat sich MeisterHeinrich erboten und eingelassen, dass er mit GottesHülfe solchen Fleiss in Erbauung des Baues, soviel dasMauerwerk aussen und innen belangt, dermassen anwendenwolle, dass der Stadt damit sonderlich gedient und dieArbeit, so er daran machen wird, das Werk bei allendenjenigen, die Verstand davon haben, krönen werde undder Bau dem durchlauchtigen Fürsten und seiner StadtDüsseldorf ein besonderes Ansehen, Ehre und Zierde ge-währen solle, wogegen dann Bürgermeister, Schöffen undRath ihm, dem das ganze Werk befohlen, jeden Tag,alsbald er mit Mauern anfängt, bis zum Ende der Arbeitfür seine Mühe, Arbeit, Belohnung und Schläfung ver-heissen und zusagen einen Schliefer oder 16 Albus dafür,als Liebniss 4 Thaler zur Beschaffung eines Mantels und