Historische Wanderung durch die alte Stadt Düsseldorf. 127
das Haus an diese Familie gekommen zu sein. Miterbemuss der Domdechant von Paderborn, Diedrich Adolphvon der Kecke zu Curl, gewesen sein, denn 1627 ver-pachtet er die Behausung mit Höfen und Gärten an denherzoglichen Secretär Gottfried Fabritius auf 12 Jahrefür 30 Rthlr. Bald nachher wird Fabritius durch AnkaufEigenthümer. 1663 ist noch Wittib HofkammerrathFabritius im Besitz, 1670 schon der jülichsche SecretärJohann Georg Curtius, in welchem Jahre er es miteinem Aufwand von über 6000 Kthlr. neu aufbauen lässt.Die Baustelle kostet ihm 612 Rthlr., die verwendeten200 Mille Ziegelsteine ä 3 Rthlr. = 600 Rthlr., der Fuhrlohnfür dieselben = 150 Rthlr., 237 Malter Kalk ä 3 Reichs-orth s= 177 3 / 4 Rthlr., Hausteine für Giebel und Haus-treppe = 375 Rthlr., Eichenbauholz 12 187 Fuss ä 5 Rthlr.= 609 Rthlr., Tannenbalken = 103 Rthlr., Tannenbord= 160 Rthlr. u. s. w., wozu später noch 1636 Rthlr.kamen, das macht zusammen 6013 Rthlr. Curtius hinter-liess zwei Töchter: 1) Clara Sophia Curtius, verheirathetmit dem Vicekanzler Johann Thomas Brosii; 2) MariaCatharina Curtius, Frau des Landdingers des AmtesMieselohe Peter Diedrich Daniels. Dieser verkaufteseinem Schwager Brosii das Haus am 1. März 1696 für6000 Rthlr. Brosii war bei Hof hoch angesehen, 1687noch Rath und Referendar, wurde er 1691 Advocatus fisci,1698 wirklicher Hofrath mit Sitz und Stimme, dann Directorbeim Kriegscommissariat und Finanzwesen, 1702 jülich-bergischer geheimer Rath und Staatssecretär. Das Allesaber konnte ihn vor den niederträchtigsten Gewaltthätig-keiten nicht schützen. Es geschah ihm im folgenden JahreFolgendes: Als Advocatus fisci hatte er dazu mitgewirkt,dass ein Jude Joseph Jacob aus Geldern „wegen grobenVerbrechens im Münzwesen und wucherlicher Contracteauf sichere Kaufleute" verurtheilt wurde. Von gewisserSeite bemühte man sich nun später von Brosii zu ver-langen, dass er die Restitution der von Jacob gezahltenStrafgelder bewirke. Brosii weigerte sich und nun gingdie Hetze gegen ihn los. Man brachte es wirklich soweit, dass Kurfürst Johann Wilhelm vor seiner Reisenach Wien 6 Cartes blanches unterzeichnete, die dazubenutzt werden sollten, dem Brosii aufzugeben „dem Judenfür alle seine erlittenen Schäden und Kosten Satisfactionzu geben"; es solle weiter dem Brosii, wenn er sichweigere, Hausarrest angekündigt, alle seine Effecten imHause consignirt und er von allen Chargen und Bedienungensuspendirt werden, bis er sich dazu verstehe. Brosii erhieltvon diesem Vorhaben noch frühe genug Kenntniss, er
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