Druckschrift 
1 (1889)
Entstehung
Seite
125
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Historische Wanderung durch die alte Stadt Düsseldorf. 125

Gerard Hanck verkaufte in seiner zweiten Ehe mitSophia Eigenherres das Haus am 21. Mai 1795 an denBuchbinder Johann Kümmel und dessen Frau TheresiaHanck für 1400 Rthlr. Bald nachher, 1797, verlegteJ. H. C. Schreiner seine Leihbibliothek hierher, wo erauch eine Buchhandlung etablirte. — Nach 20 Jahren,am 18. August 1815, übertrugen die Eheleute Kümmeldas Haus wiederum käuflich an den Schwager resp.Bruder Knopfmacher Johann Jacob Hanck und dessenEhefrau Catharina Gertrud Kreckels. Hanck ver-besserte und verschönerte sein Haus dadurch, dass ersich mit seinem Nachbarn Aron Cohen im Jahre 1816einigte und eine zwischen ihm und dem Hause Nr. 10bestehende Gasse überbauen Hess und Avegen des Wasser-abflusses einen Vertrag abschloss. 1840 war Jacob Hancknoch Eigenthümer des Hauses.

Das Haus Nr. 10 besass 1632 der Schneider JohannKemper, der auch noch 1663 im Besitze ist. 1738 heisstes da noch bei Kempers. Alte Leute wissen zu erzählen,dass hier der Jude Arntz wohnte, 1858 besass es nochSalomon Aron Cohen.

„Zum goldenen Wagen" oder „zur goldenenWage" so hiess es im folgenden Hause Nr. 12, das 1632der Beilgen Vogelfengers, 1647 und 1663 dem Gold-schmied Johann Einloess gehört. 1699 besitzt es Glas-macher Johann DiedrichVouss, 1750 verkaufen es dieEheleute Fischer an Wilhelm Heurmann. 1773 besassdas Haus Bürger Schwitzer. 1790 verkaufte „zur goldenenWage" Joseph Wierich alle Sorten Spiegeln, grosse undkleine, mit modern antiquen fein Glanz vergoldeten, mitschwarzbraun Nussbaumen und mit schildkrotfarbiglackirtenRahmen. Alle Sorten Spiegelgläser ohne Rahmen. Aller-hand Consolen und Tischfüsse fein vergoldet und in Farben.Wandleuchtern von verschiedenen Facons, desgleichenwie im Feuer vergoldet mit zwei Armen. UnterschiedlicheArten marmorne Tischplatten mit den ausgezeichnetstenFarben, als Fleischfarbe, hellgrau und dunkelgrau, fernerviele vergoldete und illuminirte Stücke von Figuren undGalanterien. Er empfiehlt sich in diesen Artikeln und inErneur- und Reparirung alter Gemälden, Vergoldungen,Illuminir- und Fernissirungen aller erforderlichen Sachen.Alles in billigen Preisen. 1781 waren auch dort allerhandFarben, Firniss, Leinoel, Nussoel u. s. w. zuhaben. 1817handelte hier Fr. Stark in Colonialwaaren, Tabak undLiqueur. Späterhin besass das Haus die Familie Kamp-mann, aus welcher der Buchhändler Kamp mann hervor-gegangen ist. 1858besitztes Roschütz von Bybenschütz.

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