Druckschrift 
1 (1889)
Entstehung
Seite
16
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Iß

Historische Wunderung durch die alte Stadt Düsseldorf.

Am 6. und 7. Mai 1786 war der Kurfürst wieder hier,diesmal in Begleitung des Erzherzogs Ferdinand unddessen Frau. Sie stiegen im Hof von Holland ab, besuchtenandern Morgens nach dem Frühstück das kurf. Schlossund die berühmte Bildergallerie, und reisten dann nachNeuss, wo sie sich trennten.

Am 24. Oetober 1792 langten hier an und stiegen imHof von Holland ab: der Kurfürst von Trier, dieFürstin von Essen und Thorn mit 23 Wagen und 100Pferden. Am 14. November logirte hier Prinz Xavervon Sachsen, am 27. November Graf und Gräfin vonArtois K. H., am 28. November die Prinzessin vonNassau, der Fürstbischof von Lüttich, Graf vonHoensbroech, am 30. November der Erzbischof vonRheims, welcher aber im Bayerischen Hof abstieg. Eswaren, Avie kaum zu erwähnen nothwendig, Flüchtlingevor den Wütherichen der französischen Revolution. Anallen Tagen der Woche waren „alle Aubergen mitFremden angefüllt". 75 Emigranten werden summarischangeführt. In der folgenden Decemberwoche werdender Herzog von Guise und 123 Emigranten aufgezählt.Ueber das Schicksal einiger Emigranten werden wirmehrfach Gelegenheit haben, Näheres zu erzählen.

Der Hof von Holland hat die französische Revolutionüberlebt und war noch 1804 auf seiner Höhe. Es wird unserzählt: .,Se. Durchlaucht Herzog Wilhelm in Bayernist am 25. Februar 1803, Abends zwischen 8—9 Uhr, hiereingetroffen und in dem hiesigen Gasthofe (Hof von Hol-land) mit seinem ganzen Gefolge abgestiegen. Ueber-raschend war zwar dieser Einzug, allein DüsseldorfsBewohner vorbereitet auf die Ankunft eines Fürsten, densie schon einmal in ihrer Mitte hatten, eilten pfeilschnellihrem Geliebten unter dem lautesten Jubelgeschrei: „Eslebe Herzog Wilhelm!" entgegen.' Ob der biedere Fürstauch gerührt war, darüber fällte ein stiller Beobachtersein Urtheil, der dem menschenfreundlichen Wilhelm seinenwärmsten Dank dem wonnetrunkenen Volke sichtbargerührt zollen sah, schweigend und mit unnennbarenGefühlen heimkehrte. — Schön, entzückend war dieserseltene Augenblick für unsern Beobachter, mancher Dichterwürde auf der Stelle seine Leyer gestimmt und sich ineine Ode ergossen haben: doch unser Beobachter, derwahrscheinlich Berges Genius bereits als Jüngling kannte,liess es bei folgenden Versen bewenden: Wilhelm vonBayern wusste zu gehorchen, Wilhelm von Bayern weissauch zu regieren.