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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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Titelblatt ist unten ein Schildchen geklebt: Relie Par Padeloup Relieur duRoy, place Sorbonne ä Paris. Das Wappen des einen Exemplares mit demLöwen im Mittelschild ist das hessische, das Allianzwappen des anderendas hessische und das pfälzische. Bei beiden hat der Stempelschneider nurdie Hauptbilder ausgeführt, die anderen Felder aber leer gelassen, weilderen Bilder auf dem kleinen Räume nicht genügend klar auszuprägenwaren. Die Bände waren diesen Wappen nach Geschenke der Stadt Straß-burg, die das Werk offenbar durch Weis in Straßburg und den Einbanddurch Padeloup in Paris hat herstellen lassen, an den Erbprinzen von Hes-sen-Darmstadt, den späteren Landgrafen Ludwig IX. und dessen GemahlinKaroline von Pfalz-Zweibrücken, die große Landgräfin, die nach ihrer am20. August 1741 erfolgten Vermählung ihren Wohnsitz anfangs in Buchs-weiler oder anderen Orten der Hanau-Lichtenbergischen Lande im Elsaßund der Pfalz hatten und dadurch in mancherlei Beziehungen zu der be-nachbarten Stadt Straßburg gekommen waren.

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Ausdem Ratalogjjo {Bucheinbände)vonJosephBaeru.Co.,Frankfurt [ifijojS.zfKloster Lambach (Oberösterreich)

2. Lederschnitteinband. Nicolaus de Grätz, Postilla sive sermo-nes cum prothematibus super evangelia de sanetis. Johannes Con-tractus (Kortz) O. F. M., Sermones de sanetis. Acc. sermones divers iauetorum ignot. Oberösterreichische Papier-Handschrift um 1400. Fol. 229beschriebene, 7 weiße Bll. Brauner Lederband auf Hol^deckeln mit Lederschnitt -Verzierungen, auf den Deckeln dreifache Linienumrahmung, die Mittelstücke aufschwar^lackiertem Grund, auf dem Vorderdeckel großer Greif, auf dem Hinter-deckel ein Einhorn, der Zwischenraum ^wischen 2 Fileten des Vorderdeckels istteilweise mit Bandwerk und der Inschriftmobon" ausgefüllt. 6500.

Prächtiger gotischer Lederschnittband, der um 1400 entstanden sein dürfte. Ein Ein-band in Kremsmünster, den Eichler inAufsätze, Fritz Milkau gewidmet. Leipz. 1921"S. 91, Tafel III veröffentlicht, hat eine fast identische Vorderdeckelzeichnung. Von dem-selben Künstler dürfte auch der ähnlich angeordnete, von Bollert, Lederschnitteinbänded. XIV. Jahrh., Leipz. 1925, S. 16, Tafel I, behandelte Einband der Preussischen Staats-bibliothek sein, der aus Kloster Lambach stammt. Bollert weist diesen noch dem 14. J ah r-hundert zu, er sagt:Dafür sprechen die Form der Knöpfe der Schließen, die graden sichüberschneidenden Rahmenlinien . . ." beides Merkmale, die sich bei unserem Bande wieder-finden. Der Meister, der diese Einbände hergestellt und wahrscheinlich in Lambachgearbeitet hat, ist der vorzüglichste Künstler, der sich um die Wende des 14. zum15. Jahrhundert in der Lederschnittechnik betätigte. Seine Tierfiguren sind von«iner so erstaunlichen Sicherheit der Zeichnung und Stilreinheit, daß sie zu den hervor-ragendsten Meisterwerken der deutschen Gotik gerechnet werden müssen.Der vorliegende Band ist wohl der schönste dieser Gruppe, der bisher bekannt gewordenist, und übertrifft in dieser Hinsicht auch den Einband in Kremsmünster, der nur ein-.seitig verziert ist.

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