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Adolar Baldershain zu erkennen — ein willkürliches Beispiel für viele,die noch genauer zu beobachten und am besten im Zusammenhangbestimmter Plattenmotive vergleichend zu betrachten sind, wie es fürdas mit Spielkarten zusammenhängende Eichelmotiv westlicher Werk-stätten (Hans von Köln, Jean Norvis) von Husung (Zeitschrift fürBücherfreunde N. F. 10, S. 183 ff.) durchgeführt ist. Meisterstücke desRenaissanceeinbandes deutscher Art stammen auch aus der Werk-statt des sächsischen Hofbuchbinders Jakob Krause, der durch seine„auf welsche Art" geschmückten Einbände weltberühmt ist.
Eine Verschmelzung der ausgesprochen deutschen Art des Einband-schmucks, welche der Renaissanceeinband mit Rollen und Platten inBlinddruck zeigt, mit südlichen Einflüssen ist schon da zu beobachten,wo zu dieser Schmuckart die Vergoldung hinzutritt. Am Schmuckmate-rial und seiner Anordnung wird festgehalten; aber die größere Feier-lichkeit, welche die Vergoldung erzielt, verfehlt auch bei diesen Ein-bänden ihre Wirkung nicht und der reizvolle Kontrast zwischenGoldplatte und blinder Rolle ist auch bei Masseneinbänden dieser Zeit,z. B. den slawischen Drucken aus der Tübinger Offizin des PrimusTrüber, die sein Porträt auf dem Einband tragen, gern ausgenütztworden. Während für die Vergoldung eigens negativ gravierte Plattennötig waren, konnte man Bemalung auf Blinddruck anbringen, und inSachsen wurde dies, manchmal überreich, ausgenützt. Man kam beider Bemalung der Platten in Lackfarben, die dem französischen Re-naissanceband nachgeahmt war, wieder zu einer Art Prachtband, wennauch in allzu aufdringlicher Form; solche Einbände sind mit einer gro-ßen Zahl verschiedener sehr tief eingepreßter Platten dicht bedeckt,ohne als einheitliche Schmuckfläche zu wirken; sächsische Fürstenscheinen das bevorzugte Ziel solcher Widmungseinbände gewesen zusein.
Aber der Blinddruck hielt sich auch noch in späteren Schmuckformen;nur wurde er immer mehr zum Kennzeichen des einfacheren Ein-bandes. Selbst die Platten der orientalischen Schmuckweise wurdenim 17. Jahrhundert oft blind gedruckt; die kleinen Blattstücke(Fleurons), die außer der Linie an solchen Einbänden das einzigeSchmuckmotiv blieben, wurden nicht stets vergoldet. Doch spielendiese Bände in der Geschichte des künstlerischen Einbandes eine solch
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