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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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Aussichtsreicher ist eine Betrachtung der ganzen Anordnung desDeckelschmuckes. Allgemein gilt für das 15. Jahrhundert eine spar-samere und geordnetere Verwendung der Einzelstempel als im 12. Jahr-hundert. Mit Streicheisen, die häufig 3—4 Linien nebeneinander er-zeugten, sind Schmuckfelder abgeteilt, in welche die Stempel einge-setzt wurden. Außer einem, den äußersten Rand absetzenden Rah-men, der meist schmucklos bleibt, werden noch 1—2 innere Rahmengebildet, in welche Reihen von Stempeln eingesetzt werden. Das ver-bleibende Mittelfeld wird noch, je nach Größe, in Streifen, oder durchDiagonalen in Dreiecke, oder in Rauten geteilt oder als einheitlichesSchmuckfeld behandelt, in welches die Stempel in Reihen oder inanderer wechselnder Anordnung eingesetzt sind. Senkrechte Stem-pelreihen, eng aneinandergedrängt, waren im 14. Jahrhundert vorallem in der Kölner Gegend üblich; auch in Frankreich ist diese Formsehr verbreitet. Ein kleineres, in Diagonallinien zweier abwechselnderStempel eng bedecktes Mittelfeld ist für Erfurt charakteristisch. Weiternach Süden führt meist die Rautenranke—ein rankenartiges Schmuck-motiv, welches im Mittelfeld rautenähnliche Felder bildet, in denendas sehr verbreitete Muster der Granatapfelblüte oder ein ähnlicherStempel angebracht war. Als Umrahmung hierzu ist der gotischeLaubstab, mit einer Blüte abwechselnd, behebt — hierfür ist Nürn-berg, besonders die Koberger- Werkstatt, der Hauptort. Obwohl solcheörtlich bevorzugte Muster nie absolute Gewähr für Entstehung jedesebenso geschmückten Einbandes am gleichen Ort geben, wird mandurch Vergleichung der Frühdruckerzeugnisse einzelner Orte dochnoch manche örtliche Besonderheiten feststellen können, mit derenHilfe dann die häufig ohne genügende Begründung allein auf Grunddes Druckortes schon erfolgten „Bestimmungen" zu korrigieren seinwerden.

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Unter den Stempeln erfordern stets die mit außergewöhnlichen Dar-stellungen die besondere Aufmerksamkeit, da von diesen aus amehesten der Weg zum Vergleichsmaterial und damit zur lokalen Be-stimmung gefunden werden kann. Zu beachten sind auch die an be-vorzugter Stelle (etwa in der Mitte einer der Querleisten) nur ein-malig gedruckten Stempel, denn diese Betonung deutet auf einen sym-bolischen Charakter des Stempels, der dann etwa den Schutzheiligen

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