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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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Legatura Bodoniana", eine in gemustertes steifes Papier gehängteBroschur vorläufigen Charakters, die zuerst in der Offizin von Bodoniausgeführt wurde, scheint der Ausgangspunkt dieser vor allem in Eng-land verbreiteten Verlegerbroschur für das schöne Buch zu sein, einerEinbandart, die zeigt, daß auch das für den Handeinband bestimmteBuch vom Verleger mit der Maschine bearbeitet sein kann, ohne Schadenzu nehmen, im Gegenteil gerade dadurch vor Schaden bewahrt bleibt.

Als buchgewerbliche, wenn nicht buchkünstlerische Leistung hat derVerlagseinband auch ein Recht darauf, daß der Name des Herstellersan geeigneter Stelle genannt wird. Dies geschieht entweder in demhinter dem Titel oder am Ende angebrachten Druckvermerk, in demdie an der Gestaltung des Buches beteiligten Künstler und Firmen auf-gezählt werden, oder durch Einprägung an unauffälliger Stelle desDeckels; nicht alle Verleger machen von dieser Möglichkeit Gebrauch,obwohl die Berechtigung dafür ebenso stark ist wie für die Nennungdes Druckers. Der Schwierigkeit, daß die Angabe der Bindewerkstattnicht für die ganze Auflage gilt, sind manche Großbuchbindereienfrüher dadurch ausgewichen, daß sie kleine Namensschildchen ein-klebten, wie es lange vorher einzelne Kunstbuchbinder getan hatten.Eine Unterscheidung zwischen Hand- und Maschineneinband ermög-lichen diese Angaben nicht, da auch die größten Betriebe (und geradediese) mit Handbindeabteilungen ausgestattet sind, und die in diesen Ab-teilungen nach künsderischen Entwürfen hergestellten Handeinbändeeiner Nennung der Werkstätte besonders wert gehalten werden.Es wäre aber falsch, wollte man allein dem Hersteller des künstle-rischen Einbandes das Recht, seinen Namen zu nennen, zugestehen.Kunsteinband und Gebrauchseinband können, auch beim Handein-band, gleichmäßig, jeder in seiner Form, vollkommen sein, und inbeiden Fällen wird man nach dem Urheber der Leistung fragen; einescharfe Scheidung ist schon deswegen nicht möglich, weil auch derKunsteinband im Gebrauch sich bewähren soll und weil auch der Ge-brauchseinband im Rahmen seiner Bestimmung ästhetischen Ansprü-chen genügen soll. Beides sind Aufgaben, die Geschmack und tech-nisches Können erfordern, und die Verbindung beider Fähigkeitenschafft erst den wahren Einbandkünstler. Es sind deshalb nicht alleinKunsteinbände, die den Namen ihres Herstellers an irgendeiner Stelle

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