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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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sehen Herstellung betreffenden Fragen. Verirrungen deshalb, weil dieForm des Buches vergewaltigt, zu falschen Schmuckabsichten miß-braucht wird, weil die möglichen technischen Ersparnisse eine Be-lastung für den Gebrauch bedeuten. Zwillingsbände sind Einbände,in denen mehrere Bücher gleichen Formates nicht wie üblich zu fort-laufend lesbaren Sammelbänden, sondern, jedes für sich gebunden, somiteinander vereinigt werden, daß jedes von einer andern Seite aus zuöffnen und zu lesen ist, und sein Vorderdeckel gleichzeitig der eineDeckel des Nachbarbandes ist. Das späte 16. Jahrhundert und das 17.sind die Zeit für solche Spielereien, Erbauungsbücher das Objekt. Eskommen bis zu acht Bände in einem Stück vor, Monstra, die sich inkeine Reihe aufgestellter Bücher einfügen wollen, da sie stets Rückenund Schnitte zugleich zeigen. Mehr buchbinderisches Geschick nocherforderten Einbandformen, die die rechteckige Buchgestalt völligumwandeln: ein herzförmiger Einband aus Meusers Werkstatt, einkreisförmiger gleicher Herkunft in der bekannten Einbandsamm-lung Olga Hirsch, Frankfurt a. M.; nicht nur mußte jedes einzelneBlatt des Buches durch Anstücken auf das neue Format gebracht wer-den (und das Aufeinanderkleben der verdünnten Papierränder, dieauch in der großen Zahl übereinanderliegender Klebestellen nicht auf-tragen durften, ist ein buchbinderisches Meisterstück, das auch beimVergrößern des Originalblattes in bibliophiler oder gelehrter Absichtöfters zur Geltung kommen konnte) auch die Heftung zweier amRücken zu vereinigender Buchblöcke und die Gestaltung der in derMittellinie befestigten Deckel verlangte buchbinderischen Erfindungs-geist. Eine Reihe absonderlicher Formen zählt Gruel imManuel del'amateur de reliures" auf. Einfacher liegt der Fall bei den schon inbesonderem Format gedruckten oder beschnittenen Bänden einzelnerWerke, die im Einband durch die Wahl für den Rücken Schwierig-keiten machen. Solche Bände kommen beim historischen persischenEinband ebenso vor wie bei Kinderbüchern von heute, welche z. B.die Umrisse eines Tieres zeigen.

Einbände, die bei der Herstellung zum Anhängen eingerichtet wur-den, hat es im Mittelalter in verschiedener Form gegeben. So ist dasBeutelbuch das Loubier Buchbeutel genannt hat, wie schon be-schrieben, ein Einband, dessen Deckelbezug zum Tragen oder An-hängen verlängert ist. Zum Tragen am Gürtel war auch der tragbare

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