Weise auch den Originalrückentitel konservieren. Aber imBuchdruckhergestellte Titel gibt es auch für den fertigen Einband; hauptsäch-lich beim englischen Verlegerband findet man oft gedruckte undaufgeklebte Titelschilder und manche Verleger gehen so weit, einzweites solches Schildchen beizulegen zur Verwendung bei einemneuen Einband, den sich der Käufer herstellen lassen könnte. Durchdie saubere Ausführung des Druckes unterscheiden sich diese ge-druckten Rückentitel leicht von den Titeln, die der Buchbinder vorallem im 19. Jahrhundert auf weiße Rückenschildchen mit Typenzu drucken, statt zu schreiben pflegte.
Nicht zu allen Zeiten war der Titel auf dem Rücken des Bandes.Beim liegend aufbewahrten Buch mußte der Titel auf dem Deckelangebracht sein; es kam auch ■— nicht nur bei hebräischen Werken■— im Mittelalter vor, daß der Hinterdeckel den Titel trug, denn auchmit diesem Deckel nach oben konnten Bücher auf den Pulten liegen.Für die in Fächern unter den Pulten liegend aufbewahrten Bändemußte der Schnitt mit Titelaufschrift versehen werden, und zwarmeist der Unterschnitt. Endlich findet man Titelworte häufig auchauf dem Vorderschnitt. Diese Aufschriften stammen aus der Zeit,als mit dem Schnitt nach vorn aufgestellt wurde. Die auf den Deckelaufgeklebten Papier- und Pergamentschildchen mit dem Titel suchteman gegen Beschädigungen durch durchsichtige Hornplatten, diemit Messingstreifen aufgenagelt waren, zu schützen. Auf den Schnittwurden die Titel gemalt oder direkt geschrieben. Ornamentale Ver-wendung der Titelschrift für den Deckelschmuck, heute ein Haupt-stück der Einbandästhetik, findet man schon bei den Lederschnitt-bänden des 14. und 15. Jahrhunderts (meist sehr kurze Titel); auchdie frühesten mit Einzeltypen gedruckten Einbände des 15. Jahr-hunderts machten Angaben über den Inhalt; durch die Koberger-Einbände kam der Brauch, den Titel auf den Deckel aufzudrucken, inalle Welt; hier soll auch schon sehr früh Golddruck verwendetworden sein. Im 16. Jahrhundert wird der Titel häufig in Gold aufden Vorderdeckel gedruckt; erst später wandert er auf den Rücken,um dort endgültig, wenn auch nicht ausschließlich, zu bleiben. Beimkünstlerischen Einband dauerte es mit dieser Verwendung einesTeiles der Rückenfläche am längsten, da offenbar darin ein Eingriffin die dekorative Ausgestaltung empfunden wurde. Von den 6 Flächen
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