des alten Brade das verbreitetste; das weitaus beste ist sein „ExakterBucheinband", jetzt in 5. Auflage vorhanden, worin die Feinheiten,die für den allen Ansprüchen genügenden Einband verlangt werdenmüssen, in aller wünschenswerten Ausführlichkeit behandelt werden;es ist das technische Lehrbuch für den Kunstbuchbinder.Ähnlich reichhaltig wie Kerstens publizistische Tätigkeit ist das,was Paul Adams stets bereite Feder an buchbindereitechnischenSchriften fertiggestellt hat. In einer Reihe „Lehrbücher der Buch-binderei" werden die hauptsächlichsten Arbeiten, „Die einfachenhandwerksmäßigen Buchbinderarbeiten" (2 Aufl. 1928), „Die Kunstdes Handvergoldens" und die verwandten Schmucktechniken (2.Aufl.1928) und „Das Marmorieren" (2. Aufl. 1923) behandelt. AndereArbeiten Adams wurden schon erwähnt. Ein dreibändiges „Syste-matisches Lehr- und Handbuch der Buchbinderei" hatte er schon1886 bei Loewenstein in Dresden, selbst einem der fähigsten schrift-stellerisch tätigen Fachleute, erscheinen lassen. Seine „praktischenArbeiten des Buchbinders" (Wien 1898) wurden 1903 ins Englischeübersetzt.
Von ausländischen Darstellungen der Technik seien wenigstens diein Deutschland bekannter gewordenen genannt. Frankreich konntein der groß angelegten „Description des arts et m^tiers" an einerso französischen Kunst, wie die Buchbinderei es ist, nicht vorübergehen. M. Dudins „Art du relieur" (Paris 1772) ist heute vor allemnoch durch die Abbildungen bekannt und behebt, die stets wiederzur Illustrierung der Buchbindertätigkeit von einst herangezogenwerden. Über 100 Jahre hat sich das Handbuch von Seb. Lenormand,„Nouveau Manuel complet du Relieur", das auch schon in frühenJahren ins Deutsche übersetzt worden ist, gehalten; es ist nachdem Kriege wieder neu aufgelegt und inhaltlich erneuert worden.In Deutschland sehr verbreitet ist das Buch, das die Technik desguten englischen Einbandes lehrt: D. Cockerell, „Der Bucheinbandund die Pflege des Buches" (zuerst 1901). Die Übersetzung (1902)lieferte Felix Hübel, der Begründer der Großbuchbinderei Hübelund Denck; die 2. Auflage ist 1925 von der Mitschülerin Cockerellsbei Cobden-Sanderson, Maria Lühr, durchgesehen. Besonders lehr-reich sind hierin die Zeichnungen zur Verdeutlichung der Arbeits-gänge.
19