Kerstens Biographen nicht ganz zu Recht das der besten, vollkommen-sten Sammlung über die Buchbinderei vom 17. Jahrhundert bis auf denheutigen Tag genannt worden ist, beschränkt sich nicht auf buch-binderische Literatur; seit 1916 sind im „Allgemeinen Anzeiger fürBuchbindereien" Ergänzungen erschienen. Der Grundstock dieser„Kersten-Bibliothek" ist 1923 in den Besitz der Leipziger Groß-buchbinderei Hübel und Denck übergegangen, ohne dort endgültiggesichert zu sein. Als Katalog einer Fachbibliothek ist daher bedeutendwertvoller der „Katalog der Bibliothek des Börsenvereins deutscherBuchhändler zu Leipzig" (Bd. 1, 1885; 2, 1902, seither laufend Nach-träge im „Börsenblatt für den deutschen Buchhandel" und separat);auch inhaltlich ist dieser bibliographisch gut durchgearbeitete Kata-log das beste gedruckte Verzeichnis einer deutschen einschlägigenFachbibüothek.
An diese bibliographischen Zusammenstellungen, die den Vorteilder umfassenden Orientierung mit dem Nachteil des raschen Ver-altens verbinden, seien die Literaturübersichten angereiht, welchein kleineren Zeitabschnitten immer wieder die neuesten Erscheinungenverzeichnen. Hierher gehört der Besprechungsteil der Fachzeit-schriften, der freilich weder vollständig, noch in einer sachlich be-dingten Auswahl und Reihenfolge, noch mit der wünschenswertenSchnelligkeit die neuen Titel bekannt macht, gehören die in ein-schlägigen Zeitschriften regelmäßig erscheinenden Literaturberichtezum Buchgewerbe etwa in der „Zeitschrift für Bücherfreunde" oderim „Archiv für Buchgewerbe" und dessen literarischem Beiblatt. Inseiner sachlichen Unterteilung ist auch das „Literarische Zentralblattfür Deutschland" geeignet, über die deutschen Neuerscheinungenzu berichten, besonders wertvoll dadurch, daß die oft sehr versteckteLiteratur der Einzelaufsätze greifbar gemacht wird. Über diese, vonder Deutschen Bücherei als der geeigneten Stelle zur Durchsichtdes gesamten deutschen laufenden Schrifttums bearbeitete all-gemeine deutsche Bibliographie hinaus gibt es aber noch laufendeSonderbibliographien des Gebietes ohne Rücksicht auf Landes- undSprachgrenzen. Da ist zuerst die „Internationale Bibliographie desBuch- und Bibliothekswesens" zu nennen, die 1931 im 5. Jahrgangerschienen ist; sie wird an den internationalen Beständen der Preußi-
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