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Einführung in die Einbandkunde
Entstehung
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Der Kreis derer, die aus Pflicht oder Liebhaberei dem Bucheinbandin all seinen Beziehungen mit nicht nur dilettantischem Interessegegenüberstehen, ist in den letzten Jahren beträchtlich größer ge-worden. Es fehlt auch nicht an Werken, in denen sie Belehrungüber die verschiedensten Fragen aus der Technik und Geschichtedes Einbandes finden können. Ja, schon ist es beinahe unmöglich,ohne Führer durch den Irrgarten der Fachliteratur hindurchzufinden.Aber diese Fachliteratur ist zum geringsten Teil auf das abgestimmt,was der Neuling oder der noch wenig Bewanderte sucht. Entwederwird dem Leser zugemutet, einen buchbinderischen Lehrgang vonAnfang bis Ende durchzumachen, von dem er noch dazu wenigFörderung hat, wenn er sich nicht gleichzeitig praktisch betätigt.Oder er erhält eine Geschichte der Einbandkunst oder des Einband-wesens, die ihn erst nach längerem Studium entsprechenden Ver-gleichsmaterials instand setzt, Einbände selbständig zu beurteilen.In der ganzen heutigen Buchbindereiliteratur gibt es kein Werk,welches sich auf die nächstliegenden Fragen einstellt, die Fragen:Wonach bestimmt man einen Bucheinband, welche Hilfsmittel gibtdas jeweils vorliegende Stück dem Betrachter in die Hand, um estechnisch und historisch zu beurteilen; auf welche Einzelheiten istzu achten, wenn die Güte einer buchbinderischen Leistung ermessenwerden soll; und woran ist die Güte zu erkennen, woran die Zeitder Herstellung, woran die Hand, der das Einbandkunstwerk ver-dankt wird ? Wenn wir deshalb in diesem Buch zunächst auf solcheFragen Antwort zu geben versuchen, so hoffen wir damit dem Neu-ling mehr zu dienen, als dies durch umfangreiche systematisch-technische und historische Lehrbücher geschieht. Und die Zahlderer, die solche Belehrung suchen, schätzen wir wohl mit Rechtnicht gering ein.Wer irgend mit Büchern zu tun hat, kann an den Einbänden nicht