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Düsseldorf und seine Umgebung
Entstehung
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blickt, erkennt man, dass es eben ein Künsflercasino ist. Einebesondere und hochwichtige Bedeutung hat der Malkasten da-durch, dass er ein mächtiges Bindeglied zwischen Künstler-schaft und Bürgerschaft bildet. Der Düsseldorfer Künstlerfühlt sich auch als Düsseldorfer Bürger und bethätigt das, woimmer sich Gelegenheit dazu findet; und als z. B. im J. 1888die Feier des 600jährigen Bestehens Düsseldorfs als Stadt mitAusstellung und Festlichkeiten begangen wurde, da hätte Allemein Stück Seele gefehlt — und Jeder fühlte das —, wenn nicht dieKünstler in unermüdlicher Aufopferung beim Werke gewesen wären(Prof. Alb. Baur, Prof. Hunten, Seyppel, Klein-Che-valier, Wüh. Beckmann, E. Massau, Jakobus Leisten,Fritz Neuhaus, Kehren, E. Bosch, C. Gehrts, Kocholl*),Frentz, W. Pütz, Petersen, Zieger, Pohle, Kampf,Spatz, H. Hempel u. s. w.).

Ebenso nahe aber wie die bildende Kunst steht auch dieMusik der Stadt und dem Volke. Auch sie hat schon früh,und früher, als jene, ihre sorgfältige Pflege gefunden; diesePflege und die Blüte, welche daraus erwuchs, tritt zuerstrecht deutlich unter Herzog Wolfgang Wilhelm hervor,der keine Kosten scheute und im persönlichen Verkehr mitseinen Musikern stand, so z. B. mit dem hervorragendenund fruchtbaren Meister Egidio Hennio, dem er trotz derschweren Zeiten ein Jahrgehalt von 100 Goldgulden auswarf.Auch eine italienische Oper hatte Düsseldorf schon im 17. Jahr-hundert. In der Folge, als das Theater am Marktplatze her-gerichtet (von 1751 an regelmässige Vorstellungen) und damitweit mehr dem Volke zugänglich gemacht war, passte sich dieKunst allmählich zu sehr dem Volksgeschmacke an und schlossein unnatürliches Bündniss mit Seiltänzern u. s. w. Zeitweisehob sie sich wieder und 1794 wurde z. B. Mozarts Zauberflötezur Aufführung gebracht, aber dann erniedrigte sie sich wiederzur Vergötterung des französischen Cäsar. Auch für die Musikund das Theater bedeutete der Uebergang des Landes und derStadt an die Krone Preussen einen neuen Aufschwung, ja mandachte schon damals an den Bau eines neuen Theaters an derAlleestrasse. Die langjährige Direktion Derossi's wurde unter-brochen durch die glänzenden Jahre 1834—1837, wo Immermanndie Leitung des Theaters in die Hand nahm. Neben demTheater aber trug die Musik in ausgedehnterem Maasse schöneund edle Blüten und Früchte. Felix Mendelssohn-Bartholdy

*) Maler B och oll zeichnete u. a. auch den Entwurf zu derDenkmünze, die in Silber, Bronze und Britannia von GraveurA. Hupp, ausgeführt wurde.