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Düsseldorf und seine Umgebung
Entstehung
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Direktors Dr. Eduard Bendemann zu danken und nichtminder dem Professor Karl Müller, der nun schon seit einerReihe von Jahren die Direktion der Kunstakademie commissarischverwaltet.

Schon früh gesellte sich auch in Düsseldorf zur Malereidie Kunst der Radirung, und namentlich die grossen ,,Land-schafter" haben darin zum Theil Grosses geleistet. Selbständigertrat die Kupferstecherkunst auf und erreichte besonders durchJoseph Keller eine Höhe, auf welcher sie wieder aufhörte,bloss der Vervielfältigung dienen zu wollen; der Maler gabden Stoff, der Kupferstecher nahm denselben auf und gab ihmaus seiner künstlerischen Natur heraus die Form, in der er alsKunstwerk erschien. Eine ähnliche Höhe erreichte die Holz-sehneidekunst durch Brend'amour. Der Stahlstich wurdebesonders durch den Verein für Verbreitung religiöserBilder gefördert. Ebenso hat die Glasmalerei hier längst Ein-gang gefunden und leistet Bedeutendes.

Die Bildhauerkunst, die sich in den Mitteln der Form-gebung so wesentlich von der Malerei trennt, besitzt zwar auchseit 1862 einen Lehrstuhl an der Akademie und erzieht tüchtigeKräfte, von deren Leistungen Düsseldorf selbst in manchemKunstwerke Zeugniss giebt; aber vor der Hand bleibt Düssel-dorfer Kunst und Kunstakademie mit Düsseldorfer Malerei undDüsseldorfer Malerakademie ziemlich gleichbedeutend.

Diese ganze Künstlerschaft nun setzt sich aus rechtenund ächten Menschen des 19. Jahrhunderts zusammen, die nichtmit zerknitterten breitrandigen Hüten und fliegenden Haarenund spanischen Faltenmänteln herumlaufen; das sind Aeusser-lichkeiten und noch dazu Ausnahmen. Die Künstlerschaft dientder Phantasie im Bunde mit der hehren und hohen Schönheitund kennt auch den Ernst des Lebens; der „Verein der Düssel-dorfer Künstler zu gegenseitiger Unterstützung und Hülfe" be-weist das durch seinen Namen und seine Thätigkeit. Aber einrichtiges Künstlerleben giebt es doch, so lebensvoll, und auchwohl toll, wie man sich's nur zusammendenken kann. Es hatseinen Mittelpunkt im „Malkasten"; von da entquillt es unddorthin strömt es; dort bekommen die Schöpfungen der künst-lerischen Phantasie leibhaftiges Leben und erscheinen in Fleischund Blut, und Düsseldorfs schöne Töchter sind mit Freude dabei,wenn es gilt, als Feen und Königinnen oder als dralle Bäuerinnenund glutäugige Zigeunerinnen ein Fest zu verherrlichen, mages zu fröhlichem Genuss oder zur Linderung menschlicher Notherdacht sein. Das sind die „Malkastenfeste", in Sache undName einzig in der Welt. In der übrigen Zeit sind Garten undRäume des Malkastens ein Künstlercasino; aber, wohin man