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aber zürnten, und die Rubens lachten, und die Brouwer spottetenvon den Wänden herunter. Wie sollte da eine Akademie einenentschiedenen oder gar selbständigen und neugeschaffenen Wegeinschlagen. So wenig es den ernsten Anstrengungen des Direk-tors Johann Lambert Krähe (1767—1790) gelungen war, ausder Malerakademie etwas Rechtes zu machen, ebensowenig gelanges seinem Nachfolger Johann Peter Langer (1790—1806).Als dieser im Jahre 1806 der Gemäldegallerie nach Münchenfolgte, hörte die Akademie so zu sagen auf zu existiren.
Aber die Wiedergeburt des Völkerlebens brachte eine reinereund ungezwungenere Rückkehr zu den Bahnen mit, welche ver-gangene Zeiten für das Ringen und Schwingen nach demSchönen erschlossen hatten. Auf solch gereinigten Boden trat,kaum von Rom nach Deutschland zurückgekehrt, Peter (von)Cornelius mit der Fülle seiner Talente, dem Reichthum desGeschauten, der Sicherheit des Gewonnenen, vor allem aber mitdem Bewusstsein der Höhe seiner Aufgabe und der Fähigkeit,sie ins Werk zu setzen und zu fördern. Er wurde vom 1. Ok-tober 1819 ab zum Direktor der Kunstakademie ernannt, dochmusste er in der ersten Zeit noch vielfach in München sein.Es lag schon in seiner Bedeutung und in seinem Voraufgehen,dass er wie mit zwingender unsichtbarer Gewalt der neuenSchule sein Gepräge gab. Naturwahrheit, wie er sie kennengelernt hatte und sie verstand, war das Zauberwort leicht zuverkennenden, leicht zu fälschenden Sinnes, von dem er sichErfolg versprach. Er liebte die Naturwahrheit vor allem in dengrossen Stoffen, und so begann die Düsseldorfer Schule mit dermonumentalen Kunst (ein Denkmal davon ist die Aula derUniversität zu Bonn). Schon 1824 aber verliess CorneliusDüsseldorf wieder, und die Mehrzahl und Elite seiner Schülerfolgte ihm.
Einen zweiten Cornelius gab es nicht. Aber es waltete einglücklicher Stern über der jungen Schule, und dieser führte 1826Wilhelm v. Schadow an die Spitze der Akademie, ihn, demselbst ein zweiter Cornelius nicht würde vorzuziehen gewesensein. Vor einem Alexander schwieg die Erde, ein Solon machteAthen zur Ehrenstadt der Pallas und aller Musen. Auch Schadowbrachte, wie Cornelius, eine Reihe vortrefflicher Schüler vonBerlin mit: K. F. Lessing, Jul. Hübner, Th. Hildebrandt,K. F. Sohn, Chr. Köhler u. A., aber nach seiner ganzenNatur, er mochte wollen oder nicht, war er ein Leitender undHess seine Untergebenen wiederum Leitende sein. Wenn einsolches Verhältniss besteht, spitzen sich die Verschiedenheitennicht leicht zu vergiftenden Gegensätzen zu; die Persönlichkeitkommt in ihren Eigenthümlichkeiten zu freier Geltung; auf