^ verwundern, auf wie verschiedene Art der Geschmackmehrerer Menschen von einem und demselben Dingegereizt wird, ungeachtet sie alle gesund, alle von glei-chem Alter, und alle frey von zu starkem Hunger oderDurst sind: und doch findet der eine das nur erträg-lich, was dem andern sehr wohlschmeckend und demdritten zuwider ist. Man kann deswegen den Ge-schmack eines Jeden nicht für fehlerhaft erklären, undes läßt sich, wie man zu sagen pflegt, überhaupt überden Geschmack nicht disputiren. Es muß dies allesvon verschiedenen Umständen abhängen, die nichtgleichin die Augen fallen. Bisweilen widersteht ein Nah-rungsmittel völllg der Nalur gewisser Leute, was an-dre doch für sehr schmackhaft halten: so können man-che Personen weder den Geruch noch den Geschmackunserer angenehmen Erdbeeren ertragen, ohne daß ih-nen übel davon wird. Ich sah einmal, daß jemandin ein Fieber mit rothen Flecken über den ganzen Kör-per verfiel, der eine Weinsuppe mit Erdbeeren geges-sen hatte. Ein ähnliches Beyspiel erzählt Battho-lin.' 3) Eine ähnliche Ursache muß bey dem Absckeuverschiedener Personen vor Butter und Käse statt fin-den, die dem größten Theile der Menschen doch ange-nehm zu seyn pflegen. Ich habe einen Mann gekannt,der durchaus keinen Wein vertragen konnte, und voneinem Paar Tropfen, die er beym Abendmahl genoß,krank wurde, wenn er nicht kaltes Wasser hinter hertrank um den Wein zuOerdünnen. SchwangereFrauenzimmer haben gewöhnlich einen außerordentli-chen Appetit auf solche Sachen, die einem andern zu-
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13) MK. anal. rgr. 6ent. III. p. 112.