— 25 —
Bei beiden Missbildnngen fehlten Gehirn- und Rücken-mark, allerdings kann man bei Fall II die Rudimenteder Hemisphären noch erkennen.
Beide Hemicephalen sind wahrscheinlich in Folgedes Platzens des hydropischen fötalen Schädels entstan-den. Dafür spricht, dass keine der entgegengesetztenTheorien bei ihnen Anwendung finden kann, dass imGegenteil das Vorhandensein des Hydramnions die Ent-stehung auf fötalem Hydrops zurückführen muss.
Bei beiden Hemicephalen waren Herz und Leberhypertrophisch.
Während bei Fall I die ganze Wirbelsäule gespaltenist, ist bei Fall II die Wirbelsäule bloss in der Cervical-gegend an der Missbildung mitbeteiligt.
Wahrscheinlich fand das Platzen des hydropischenSchädels bei I früher statt als bei IL Hieraus lässtsich auch erklären, dass bei I die Nebennieren vollstän-dig fehlten, während bei II dieselben rudimentär vor-handen waren. Der Hemicephalus I war eben ent-standen, als die Bildung der Nebennieren noch nichtstattgefunden hatte, während die Entstehung der zweitenMissbildung vor sich ging, als die Bildung der Neben-nieren schon stattgefunden hatte.
In Folge des Gehirnmangels unterblieb die weitereEntwicklung der Nebennieren. Es lässt sich nämlichnicht leugnen, dass die Entwicklung der Nebennierenmit der Entwicklung des Gehirns Hand in Hand geht.
Die Erblichkeit wurde in beiden Fällen geleugnet.
Während die Mutter des ersten Hemicephalus dieMissbildung auf ein Versehen zurückführt, weiss die deszweiten auch bei direkter Nachfrage ein Versehen alsVeranlassung nicht anzugeben.
Von besonderem geburtshülflichen Interesse war,dass beide Mütter über heftige Schmerzen in den Seiten
■^^^■^^^^^^^^H
i