Exkurs XX. Sa. Giulia in Brescia. 423
XX.Sa. Giulia in Brescia.
Das Kloster St. Maria et s. Salvator, bald nur St. Salvator und seitdem Jahre 1000 etwa St. Julia in Brescia genannt, ist von Ansa, der Ge-mahlin König Desiderius', vor dessen Regierungsantritte, also etwa 753,begründet worden; ihr Gemahl unterstützte sie in der gesetzlich not-wendigen "Weise, während ihr Sohn Adelchia dem Kloster Schenkungenmachte 1 ). Nach dem Sturze der Langobardenherrschaft wandte sichbald die Gunst der Karolinger dem Kloster zu. Wie Anselperga, dieTochter Desiderius', Aebtissin geworden war, so erscheinen auch Frauendes italienischen Zweiges der Karolingen in engen Beziehungen zu demKloster: erst Kaiserin Irmingardis (Gemahlin Lothars I.), dann auchihre Tochter Gisla und deren Nichte Gisla (Tochter Kaiser Ludwigs II.)waren die Inhaberinnen 2 ), beide aber waren durch Oblation ihrer Väterdauernd an das Kloster gebunden. Es folgte Angilberga (GemahlinLudwigs II.) , zu deren Nachfolgerin Irmingardis ausersehen war. DieNonne Irmingard war eine Verwandte Kaiser Arnulfs 3 ). Nach dem Endeder Karolinger wurde ßertha, die Tochter Kaiser Berengars, Aebtissin,und noch folgte ihr Ata, von der es in einer Urkunde heisst, sie sei ausköniglichem Stamme hervorgegangen 4 ).
') Karl Voigt, Die königl. Eigenklöster im Langobardenreiche,S. 20 ff. Hans Grasshoff, Langobardisch - fränkisches Klosterwesenin Italien, S. 55 ff.
2 ) Für die spätere Geschichte vgl. vor allem Andre a Valentini,Oodice necrologico-liturgico del monastero di S. Salvatore o S. Giulia inBrescia. Brescia 1887. Zu dieser Ausgabe ist aber die Anzeige vonMühlbacher, Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsf.10, S. 469—479, und das Buch von Adalbert Ebner, Die klösterlichenGebetsverbrüderungen (Regensb. 1890), S. 110—114, heranzuziehen. Dievon Valentini herausgegebene Handschrift ist zwischen 851 und 860angelegt worden. Leider kann man bei ihm die Entstehung der Hand-schrift im einzelnen und ihre Fortführung nicht verfolgen. Für die Ge-schichte des Klosters zog ich auch O d o r i c i, Storia Bresciana, dannRosa im Archivio storico italiano Ser. 4, tomo 9 heran. Viele Urkundenbei Troya, Cod. diplomat. Langobardiae. Vgl. auch die Reg. d. Karo-linger, die Diplomata u. s.w. Schiaparelli , I diplomi di Berengario I.(Fonti per la storia d'Italia), S. 29. 253 f. 282.
3 ) Mon. hist. patr. 13, S. 573.
4 ) Aebtissinnenliste bei Valentini, S. 252—263. „ex regali pro-genie orta" Odorici 5, S. 13. Mon. hist. patriae 13, S. 1016.
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