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[Hauptbd.] (1910)
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415
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Exkurs XVII. Ministerialität in bayrischen Klöstern. 415

fectissima regalis libertas gewann, um sie 1201 durch König Philippwieder zu verlieren, bei diesem Uebergange sich doch die Hechte ge-rettet : feoda . . . vassallis et ministerialibus instituendi ... et officialesordinandi", Worte, die die Existenz einer Ministerialität sichern'). ImSchäftlarner Traditionsbuch begegnet einmiles Wernherus nomine,ministerialis Kyemse" 2 ), im Nekrologe des Salzburger Domstiftes: Chun-radus ministerialis s. Marie in Chimse 3 ). Später lässt sich auch einKämmerer nachweisen 4 ).

Freiständisch war das Kloster (oder Stift), in dem einst Irmgard,die Tochter König Ludwigs des Deutschen, Aebtissin gewesen war, um1200 nicht, da eine Tradition im Oodex von Herrenchiemsee sagt:Eticho de Trune ministerialis comitis Rapotonis de Ortenberch ad altares. martyris Xisti et Sebastiani Kiemisse pro filia sua Herrada in eodemloco canonizanda et pro remedio anime sue."

Ueber Weihenstephan (neubegründet 1021 durch Bischof Engil-bert von Freising), wo bei der Gründung noch ein Zweifel bestand, obconversatio monachica" odercanonica" eingeführt werden sollte, dannaber die Benediktinerregel angenommen wurde, ist in den Zeugenlisteneine starke familia erwähnt, neben familia und familiäres findet sichganz selten ein serviens (S. 396). Das Wort ministerialis, das sonst in demsehr umfangreichen Codex traditionum für Dienstmannen von Ereisingoder Grafen regelmässig gebraucht wird, wird auf die Weihenstephanernur selten angewendet 5 ). Nur eine genaue Untersuchung aller zur Fa-milia gehörigen Geschlechter könnte erweisen, ob die familia von Weihen-stephan als ritterartig zum niederen Adel zu rechnen ist. Den Ueber-gang zur Ministerialität von Freising finden wir einmal direkt bezeugt °).Ich habe den Eindruck, dass die Familia von Weihenstephan tiefer

') Mon. Boica 2, S. 449.

2 ) M. B. 8, S. 494.

3 ) M. G. Necrol. 2, S. 161.

4 ) 1327 M. B. 2, S. 474.

5 )Elpwinus, qui erat de ministerialibus s. Stephani", Mon. Boic. 9,S. 381.Eberhardo de Affolterbach, qui erat de ministerialibus sanctiStephani'", S. 400 (11381147).Oudalschalch ministerialis s. Ste-phani", S. 402.ministerialis femina s. Stephani Qua nomine",S. 418.quidam ßeginhalm nomine ex ministerialibus vel ex familias. Stephani", S. 428.quedam mulier ex ministerialibus sancti Ste-phani", S. 429.

6 )Quidam ex ministerialibus sancte Frisingensis ecclesie Heinricus... de Norderndorf . . . a patre suo, qui erat ex familia sancti Stephani",S. 459.

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