398 A, Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
Bis 1200 entstanden weiter im Bistume Osnabrück: Oesede, Essenund das Kollegiatstift St. Peter zu Osnabrück; im Bistum Münster dasDoppelkloster Asbeck, Kollegiatstift St. Ludger in Münster, Augustine-rinnen zu Langenhorst, Cisterzienserinnen zu St. Aegidi in Münster, Cister-zienser zu Marienfeld, Kollegiatstift St. Martin in Münster und das Prä-monstratenserinnenkloster Kappel; im Paderborner Sprengel Prämon-stratenserinnen in Bredelar (seit 1196 Cisterzienser), Volkhardinghausen(Nonnen Aug.-Ord.) und Schaken (Benediktinerinnen); und endlich imKölner Sprengel St. Walburgis in Soest (Augustinerinnen), Flaesheim(Prämonstratenserinnen), Wedinghausen (Prämonstratenser), Oelinghausen(Prämonstratenserinnen), Küstelberg (Augustinerinnen), Lippstadt (ebenso),St. Katharina zu Dortmund (Prämonstratenserinnen) und Rumbeck (ebenso).Auch in keiner dieser Stiftungen findet sich eine Ministerialität.
Im ganzen sind das 73 kirchliche Anstalten.
Innerhalb der Ministerialitäten selbst sind aber vielleicht nochUnterschiede. Um das festzustellen, untersuche ich alle westfälischenTauschverträge über Ministerialen, die ich gefunden habe 1 ). An ihnensind von geistlichen Instituten mit Ministerialen beteiligt: Essen mit 33,Köln mit 18, Münster mit 17, Herford mit 14, Corvey mit 12, Osnabrückund Werden mit je 10, Paderborn mit 6, Freckenhorst mit 6, Vredenund die Propstei von Paderborn mit je 3, Meschede und Metelen mit 2,Trier, Bremen, Hildesheim, Minden, Utrecht, Bödecken, HerzebrockUeberwasser, St. Johann in Halberstadt und die DeutschordenskommendeWelheim mit je 1. Auf folgende weltliche Herrscher entfallen getauschteMinisterialen: Grafen von Arnsberg 30, Grafen Altena-Mark 9, Grafenvon Cleve 6, Grafen von Bentheim, Limburg und Herren von Lippe je 4,Grafen von Tecklenburg und Herren von Steinfurt je 3, Grafen von Dahle 2,je einer entfallt auf die Grafen von Ravensberg, Rietberg, Isenberg, aufdas Reich (Grafen von Dortmund), auf die Herren von Borkeloh undAhaus. Den 70 Dienstmannen weltlicher stehen 146 solche geistlicherPersonen gegenüber. Auf eine gleichmässige Verteilung dieser Zifferndarf man allerdings nicht zählen, da der Kölner Band des "WestfälischenUrkundenbuches die grösste Zahl solcher Verträge bietet, manche auchdoppelt gezählt sein können. Eine starke Differenz zwischen den ein-zelnen Dienstmannenschaften darf man nicht annehmen: Metelen wirdgetauscht mit Essen, Freckenhorst mit Limburg, Köln und Arnsberg,
*) Die Grundlage boten das Westf. ÜB. 3.4 u. 7, sowie die beiden erstenHefte von 8 und das Osnabrücker ÜB. 1—4, also das gesamte Materialder Bistümer Münster, Paderborn, Osnabrück und des westfälischen An-teils von Köln für die Zeit von 1200—1300 (Münster etwas weiter).