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[Hauptbd.] (1910)
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

Vornehmer Geburt ist Chunibert, später Abt von Niederaltaich ! ),auch Iso, der grosse Lehrmeister, war guter Herkunft 2 ), und seine dreigrossen Schüler, Notker der Stammler, Tuotilo der Bildschnitzer, undRatpert der Geschichtschreiber, standen ihm nicht nach: Ekkeharderzählt, dass Iso, dem die berühmten und erlauchten Eltern Salomos desDritten diesen zur Erziehung übergaben, ihn den anderen: Notker,Tuotilo, Ratpert und Hartmann, vorgezogen habe. Darob entstand unterden Mitschülern Neid, und da sie gleich an Geschlecht und Begabungwaren (conliberales genere essent et ingenio), ertrugen sie es als Kloster-brüder nicht, dass ein Fremder ihnen vorgezogen werde, und dass sie,die ihm an Geburt gleichstanden, in dem wissenschaftlichen Portschreitenvon ihm übertroffen wurden 3 ).

Kurzum, niemals fällt Ekkehard aus der Rolle, es findet sich keineStelle, die auf einen unfreien Mönch hinwiese.

Die Schule von St. Gallen enthielt edle, mittlere, aber auch Söhneaus der familia. Die Geburtsunterschiede wurden sorgfältig beachtet.Den „mediocres et infimi" spornte der Kaiser Karl ■—■ nach der Erzäh-lung des Monachus Sangallensis — den Eifer, indem er ihnen sagte: „etdabo vobis episcopia et monasteria permagnifica et semper honorabileseritis in oculis meis." Die Anrede an die Edelfreien lautet ganz anders:„Vos nobiles, vos primorum filii, vos delicati et formosuli, in natalesvestros et possessionem confisi, mandatum meum et glorificationem vestrampostponentes, litterarum studiis neglectis luxuriae, ludo et inerciae velinanibus exerciciis indulsistis. Non ego magni pendo nobilitatem etpulchritudinem vestram" 4 ). Die pädagogische Absicht klingt so deutlichdurch, als dass man glauben sollte, dass die bischöflichen Stühle ohneRücksicht auf die Geburt wären verteilt worden.

Die wirkliche Praxis erzählt Notker an anderer Stelle: „Es warenin seiner Schule zwei Müllersöhne aus der familia des hl. Columban(Bobbio), die, weil es sich nicht schickt, solche an die Spitze von Bis-tümern oder Klöstern zu stellen, um der Verdienste ihres Lehrers willen.nacheinander die Propstei von Kloster Bobbio erhielten" 5 ).

') 16, S. 411.

2 ) 15, S. 116.

3 ) „et qui natalibus quidem essent pares" 15, S. 6.

4 ) Mon. Sangall. M. G. SS. 2, p. 732.

5 ) Die Stelle handelt über Alkuin, dessen Schüler fast alle Aebteund Bischöfe geworden seien. Monachus Sangall. SS. 2, p. 734. — Nocheinige Nachrichten über die Erziehung in St. Gallen. Tuotilo: „et filiosnobilium in loco ab abbate destinato fidibus (im Geigenspiel) edocuit."Ekkeh. Oas. s. Galli S. 128. Ekkeh. IL: „in literis autem studiose medio-