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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
Die Person des Nachfolgers Manegolds, Wernher, früher Küster imKloster, ist nicht zu bestimmen. Dass er kein Dienstmann war, folgtaber unzweifelhaft aus dem Satze: „Set quia insolentie ministerialiumresistere semper studuit . . .'"). Nach ihm wurde 1167 der Propst desKlosters Ulrich von Tegerfeld von allen Brüdern zum Abte erkoren,und der gehörte einem freiherrlichen Geschlechte an, das seine Be-sitzungen im unteren Aaretale und weiter abwärts am Rheine hatte undvon den Freiherren von Klingen beerbt wurde 2 ). Als dieser Abt nach83 Jahren seine Würde niederlegte, wurde ihm (1199) zum Nachfolgergegeben der Propst Ulrich von Veringen 3 ). Ihm folgte 1200 wiederumder Propst Heinrich von Klingen, damit haben wir den Anschluss andie vorhin gegebene Liste erreicht.
3. Die Zeiten vor dem Investiturstreit.
Für die älteren Jahrhunderte wenden wir uns zuerst an die Ge-schichtschreiber St. Gallens. Dass Wetti (f 824) in der Vita des Gründers,St. Gallon, von diesem Iren sagt: „fuit vir nobilitate pollens magisquebona conversatione fulgens"'') bedeutet wenig; der späteren Legende nachmusste er aus königlichem Geblüte sein; wichtiger ist, dass Walahfriedin seiner Ueberarbeitung des Lebens des hl. Othmar (f 759) diesen alseinen Alamannen von Geschlecht bezeichnet, der im Knabenalter vonseinem Bruder nach Kurrätien gebracht worden sei, wo er im Dienste(in servitio) des mächtigen Victor lange weilte und durch die Kenntnisder Wissenschaften erhöht wurde 5 ). Wäre Othmar ein Unfreier gewesen,so hätte sein Bruder ihn nicht anderswohin bringen können.
Bei Ratpert finden sich drei Stellen, die ebenfalls nur von denSpitzen des Klosters reden, für den Konvent also nichts beweisen. DerAbt Waldo weigert sich, dem königlichen Wunsche zu folgen und sichunter den Konstanzer Bischof zu stellen; so lange seine drei EidfingerKraft haben, will er sich nicht der Macht eines niedriger Stehenden(vilioris personae) unterordnen 6 ). Der Erzkaplan Grimald hatte von 841 bis872 die Abtei inne, gestattete aber den Brüdern, dass sie einen ständigenDekan wählten, und sie erkoren den hochgebildeten Schüler Hrabans,Hartmuot, „scientia et moribus nobilitateque praeclarum"; nach GrimaldsTode wurde er Abt. Als Hartmuot sich zurückzog, wählten alle, jung
') Contin. cas. p. 106 f.
2 ) Contin. cas. p. 109 u. Meyer v. Knonaus Anmerkung 267.
3 ) Contin. cas. p. 113. Meyer v. Knonaus Anm. 275.
4 ) Mitt. 12, S. 1.
5 ) Mitt. 12, S. 95.
6 ) Mitt. 13, S. 16.
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