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[Hauptbd.] (1910)
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

freiherrlich war. Aus St. Emmeram übertrug nach Tegernsee den regenwissenschaftlichen Eifer, den Abt Ramwold entfacht hatte, der zum Abteerkorene St. Emmeramer Mönch Gozpert. Dass dieser freigeboren war,folgt zweifelsfrei aus der reichen Briefsammlung, die der ScholasterFroumund dort anlegte. Gozperts Brief an die Gräfin H. (Pez 6, S. 12(3)sagt: „Quidam consanguinitatis mihi iuncti, qui fuerunt liberi, venundatiab iniquis hominibus, duro premuntur servitio." Ein anderer Verwandterwar ein reicher Kaufmann, der im fernen Land glücklich war (PezS. 128 f., Nr. 15 f.). Auch Wilhelm, der Begründer von Hirsau, warfreigeboren.

Die geschichtliche Literatur von St. Emmeram setzt mit Arnoldein, der eine stark moralisierende Schrift über den hl. Emmeram, denBischof Ramwold und ihre Verehrer und "Wunder schrieb. Die oft alsgeschmacklos bezeichnete Schrift (M. Gr. SS. 4, S. 543—574) hat für unsden grossen Vorzug, dass sie uns genau den Geist des Klosters vorführt,wie er 1037 war. Arnold selbst war durch seine Mutter ein Enkel desMarkgrafen Berthold vom Nordgau, sein väterlicher Grossvater war aberein Edler; von beiden erzählt er selbst ein Wunder des hl. Emmeram.

Von dem Erneuerer und Reformator des Regensburger Sprengeis,dem hl. Wolfgang, wird seine freie Geburt hervorgehoben: „Erat quidamvir genere ingenuus." Als er St. Emmeram erneuert hat, da lassensich in das Kloster, das Ramwold leitet, viele Laien aufnehmen, aberselbst unter diesen sind viele Edle: „Unde et multi etiam nobiles, piiseius actibus provocati seculum reliquerunt, atque illius magisterio humi-liter se subdiderunt" (2, c. 14). Das etiam fordert uns übrigens zurVorsicht auf. Durch das Werk geht eine Stimmung, die die Vorzügehoher Geburt unbedingt anerkennt, zugleich aber fordert, dass der Edleals Mönch allem Prunke fernbleibe. Der hl. Wolfgang war nur „genereingenuus", Piligrim von Passau aber „genere nobilissimus". Das jenerBischof von Regensburg wurde, trotzdem er arm und unbekannt war,wo Personen hohen Blutes den König durch Güter und Geldspenden zugewinnen versucht hatten, hebt Arnold hervor (2, c. 2). Für einen Bischofs-kandidaten war eben die beste Empfehlung eine hohe Geburt. Als Bischofaber ergab er sich nicht dem Prunke, er trug einfache Kleidung, umauch äusserlich die Demut der Gesinnung zu bekunden. Und Ramwoldglich darin seinem bischöflichen Herrn (2, c. 16).

2.

Man wird den Einwand machen, dass nur die vornehmen Leutereich genug waren, um bei dem Eintritte eines Sohnes dem Kloster nocheine Schenkung zu machen. Ich würde ihn für berechtigt halten, wenner die Probe aushielte, dass auch sonst alle Schenkungen von Edeln er-folgten. Um das klar zu stellen, habe ich für die Periode von Ramwold