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[Hauptbd.] (1910)
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

Bedeutung von Bischöfen und Beichsäbten, dort wurden sie nichtBeichsfürsten! Jetzt wissen wir, dass zwischen der konse-quenten Ausbildung einer Ministerialität, dem freiständischenKonvente und dem edelgeborenen Prälaten Deutschlands eininnerer Zusammenhang besteht. Die Kirche war so organisiert,um die Basis der militärischen Macht des deutschen Beicheszu sein.

Von romanischen Landschaften kamen die Beformgedanken;längst hat man ihren Einfluss auf dem rein politischen undreligiösen Gebiete festgestellt. Aber darüber hinaus zeigte sichder gewaltige Einfluss, von dem keine Streitschrift, keine Ur-kunde klar redet. In einem Streite ist oft nicht das alleinwichtig, was in aller Munde als Schlachtruf lebt; wir beob-achteten ganz unbekannte Züge des Investiturstreites: DieAusschliesslichkeit der freiständischen Konvente sollte fallengegenüber der evangelischen Gleichheit. Und verschwindensollte aus dem Klosterleben jene kriegerische Dienstmann-schaft, die den Stolz der Bischöfe und Beichsäbte ausge-macht hatte. Ein tiefer Schnitt trennt die alte Periode vor-nehmer Reichsklöster von der Zeit rein spiritualer Klöster!

Die deutsche Kirche des Mittelalters war nicht alleindeutscher, nicht allein eigenartiger, sie war vor allem vielmannigfaltiger, als man bisher annahm. Je tiefer man in dievom Staube erfüllten Fugen eindringt, um so mehr erkenntman den Reichtum der Formen des Reliefs. Ich glaube, wirhaben besser als bisher es erkennen können, wie die deutscheKirche das alte deutsche Reich trug in den Tagen seiner Blüte,und wie ihre charakteristischen Buinen sich erhielten, bis diegrosse Bevolution und der gewaltige Korse die letzten Balkenabwarf, die das Beich noch zusammenhielten.