Adlige Klöster und Stifter in Westfalen.
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beste Kenner westfälischer Klostergeschichte, Linneborn, sagt:„Aber aucb die übrigen Konvente sind so durchgängig vonAnfang an mit Töchten adliger Häuser besetzt, dass der Ein-tritt bürgerlicher Nonnen als Ausnahme anzusehen ist" x ).Auch wenn eine genaue Erforschung das abschwächen sollte,so wird doch der Schluss richtig bleiben, dass bei einer Ge-samtzahl von 750 Schwestern in westfälischen Cisterzienserinnen-klöstern, zu denen auch noch die älteren Stifter und Benedik-terimienklöster hinzuzurechnen sind, ungefähr alle westfälischenadligen Fräulein, welche keine Gelegenheit zur Heirat fanden,in den Klöstern versorgt werden konnten 2 ). Ja, man solltees nicht für möglich halten, auch Klarissenklöster gestaltetensich in adlige Klöster und Stifter um — das weisse Stift inBocholt und Ciarenberg! Dominikanerinnen waren in West-falen kaum vertreten.
Für den hohen Adel Westfalens wie für den niederengab es während des Mittelalters keine Frauenfrage, eher schonfür die Töchter der Bürger, sicherlich aber für die der Hand-werker und Bauern. Auch das Spätmittelalter bevorzugte inden Klöstern der Frauen den Adel. Das war bei den Männernnicht der Fall. Hier gab es ja nur wenige reinadlige Klöster,dann aber kamen die Häuser der Bitterorden hinzu und diezahlreichen Plätze in den vier westfälischen Domkapiteln wiein anderen Kanonikerstiftern waren dem Adel vorbehalten.
Nähere Forschung hat da noch ein weites Feld!
Kothe hat uns gezeigt, dass auch im 14. Jahrhundert dasStandesgefühl sehr lebhaft war. Es sind andere Zeiten, andereGegensätze, aber der Grundtypus bleibt: der mittelalterlicheMensch vermochte im Priestergewande und in der Ordenskuttedie Zugehörigkeit zum Geburtsstande nicht zu verleugnen.
An der Wende der Zeiten wird ausser dem Worte vomSpital des Adels direkt das System angegriffen, das einzelne
') Pestgabe für Finke S. 385.2 ) Ebenda S. 337.