Die Cluniazenser gegen Dienstmannen.
191
Es scheint in der Tat, dass es den Cluniazensern gelang,das kriegerische Element von ihren Klöstern fernzuhalten, wiesie im Konvente keinen Unterschied der Geburt machten; jaHerzog Wilhelm von Aquitanien hatte das Kloster Cluny ge-stiftet, damit vor allem solche aufgenommen würden, „welchearm aus der Welt ausscheiden und nichts in das Kloster mit-bringen, als ihren guten Willen" x ). Dürfen wir annehmen,dass die Cluniazenser mit den beiden Grundsätzen hervortraten:„Mönche niedriger und hoher Geburt sind für Gott gleich" und„Das Kloster soll keine waffentragenden Diener haben", dannerscheint uns ihr Streben in einem anderen Lichte. LangeZeit hat man ihren Einfluss auf dem kirchenpolitischen Ge-biete ungemein hoch angeschlagen und überschätzt, Sackur hatdas gemässigt; ist das, was wir auf Grund eines schmalenMateriales behaupten, richtig, dann liegt doch ein ungemeinstarker Einfluss von Cluny auf Deutschland vor, dann gehtvon ihnen jenes Streben aus, das alle anderen Reformerbilligten und mit aufnahmen, die Klöster aus dem kriegerischenLeben herauszubringen. An der Pforte von Cluny und Ro-mainmoutiers, wie an der von Fruttuaria und St. Vannes, standkein mönchischer Portenarius, der gierig den Dienstmann, wenner mit Schwert und Lanze, mit Panzer und Helm gerade voneiner Klosterburg herübergeritten kam, nach dem Fortgangder Fehde des Herrn Abts gegen seine Widersacher frug; dagab es keine Ritter, welche dem Abte bei der Tafel dienten,da fehlte die Art des Prunkes, die die ritterliche Lebens-weise in die Pfalz des alten deutschen Abtes hineintrug.Die alte deutsche Kirche war in diese kriegerische Tätig-keit hineingeschoben worden, von Cluny wie von den Refor-mern der westlichen romanischen Landschaften des Deutschen
sed tantum clausae fiant." Oartulaire de l'abbaye de Beaulieu (Nr. 50).Ist die Datierung (um 971) richtig, so scheint mir das Zeugnis vor dieEinflussnahme von Fleury zu fallen.
') Aus der Stiftungsurkunde, erwähnt bei Tomek S. 36.