Lothringische Reform. Gorze.
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auf dem Umwege über England von Cluny beeinflusst worden.Also die „süddeutsche Frühreform" hat diesen Schritt nichtgetan x ). Wie aber steht es mit der lothringischen Reform?
In einer Urkunde des Kartulars von Gorze, die von demtüchtigen Metzer Bischöfe Adalbero, dem Erneuerer Gorzes,ausgestellt wurde, findet sich ein Satz, der die Ministerialitätablehnt. Es sei eine Bestimmung für Gorze: „quod si (abbas)omnem teneret abbatie terram, oporteret et satellites tenere,cum quibus publice militaret, sin autem nil amplius haberetnisi quod ad mensam fratrum pertineret, nulluni deberet ser-vitium, nisi fratribus ministrare et religionem previdere" 2 ).Der Abt eines eben ausreichenden Mensalgutes braucht keineDienste dem Reiche leisten; hat er aber alles Land, dann ister genötigt, Krieger zu halten und sie fürs Reich in den Kriegzu senden.
Der entsetzliche Verfall der lothringischen Kirche hattedarin seinen Grund, dass Laienäbte das Klostergut als Lohnfür ihre Dienste genossen; der kriegerische Nutzen, den das
a ) Der in Reichenau erzogene hl. Wolfgang, dann Mönch in Ein-siedeln, Bischof in Regensburg, gewann für die Reform Tegernsees denhl. Ramwold aus St. Maximin, entscheidend sei aber die Einsiedler-gewohnheit gewesen. Nach Tomek gehören diesem Reformkreise anTegernsee, Feuchtwangen, Niederaltaic!i, St. Afra in Augsburg, Hersfeld,Ossiach, Seeon, Weihenstephan, Prül, Thierhaupten, St. Peter in Salz-burg und Michaelbeuern. Von Frauenklöstern (worunter Tomek auchmanche Stifter versetzt, wie er überhaupt diese Unterscheidung nichtsorgsam beachtet) St. Paul in Regensburg, Ober- und Niedermünster,Niedernburg in Passau, Neuburg an der Donau, Nonnberg in Salzburg,St. Georgen am Längsee, Sonnenburg, Gurk, Neumünster, Göss, St. Wal-burg in Eichstätt, Erla und Melk. Von diesen Klöstern haben wirmanche zu besprechen gehabt, in der Regel fanden wir Ministerialen,mitunter sogar Hofämter.
2 ) Calmet, Histoire de Lorraine. Preuves I, S. 338. Das Oartu-laire (Edition par d'Herbomez. Mem. et doc, publ. p. 1. soc. nat. desAntiquaires de France 1898) war mir nicht zur Hand. Zur Deutung derUmstände vgl. Wichmann, Adelbero I. Jahrb. d. Gesellsch. f. lothr.Gesch. 3, S. 128 f.