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[Hauptbd.] (1910)
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186
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186 A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

wenigstens nicht mehr erkennen können. Die kleinen west-fälischen Dienstmannschaften haben mitunter einen Droste(dapifer) an der Spitze, am Rhein und an der Mosel ist eineähnliche Organisation mir nicht bekannt geworden. Hier sindauch sehr reiche und vornehme Stifter, wie St. Gereon inKöln, recht bescheiden mit ihrer Dienerschaft eingerichtet.

Die höhere Dienstmannscbaft ist bei den Stiftern nurwenig verbreitet und nur wenig entwickelt glänzend nur inEssen; selbst bei freiherrlichen Stiftern, wie Gerresheim, gelanges nicht, Ministerialen zu erweisen. Mehr verbreitet und reicherausgestaltet ist dagegen die Ministerialität bei den Klöstern.Noch München-Gladbach (974), Deutz (1000) und Brauweiler(gegründet 1024) hatten Ministerialen, meist auch das eineoder andere Hofamt.

Eine direkte Ablehnung erfuhr die Ministerialität in Sieg-burg, wo der Erzbischof Anno IL, hingerissen von dem Ein-drucke, den das strenge Leben der Mönche von Fruttuaria aufihn gemacht hatte, eine neue Ansiedlung von Mönchen be-gründete, die bald von erheblicher Bedeutung war als ein vonvielen abhängigen Töchtern umgebener Sitz; noch um 1300war Siegburg das reichste Kloster des Erzsprengeis. Die ur-kundliche Ueberlieferung ist durch Oppermann neuerdings ge-sichtet worden; wenn damit nun auch eine erhebliche Anzahlvon Urkunden unter die Fälschungen eingereiht ist, so er-kennen wir doch jetzt um so deutlicher die Tendenzen, welchedie fälschenden Mönche bewegten! Man wollte sich der Vögteerwehren, der Abt war gewillt, selbst die Herrschaft in seinemGebiete zu führen, und auch diese Dokumente sind Waffen indem grossen Versuche, der die Zeit erfüllte, ein Kloster ohneVogtei durchzusetzen oder doch diese möglichst einzuschränken.

Auf den Namen des Gründers wurden in Siegburg mehrereGründungsurkunden gefälscht, deren Vorlage nach Oppermanneine später auch verunechtete Urkunde des Erzbischofs Hil-dolf gewesen ist. Dieser Gelehrte schliesst daraus, dasseinzelne Punkte in der Vita Annonis und in der verunechteten