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[Hauptbd.] (1910)
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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.

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Gandershemensis diplomatica 1734 verfolgen. Unser Interesserichtet sich den ältesten und glänzendsten Zeiten dieser Stifterzu, in denen sie die Blüte deutscher Frauenbildung vertraten.Schon oben x ) habe ich die gleichzeitigen Zeugnisse fürQuedlinburg angeführt, und auch für Gandersheim liegt einsolches vor, da Roswitha in derMaria" sich den Konventim Tempel Salomons in der Weise des eigenen Klosters ausmalt:

manserunt semper in illoForma conspicuae vultus, aetate tenellaeNatae nobilium famoso germine regumAtque sacerdotum vatum pariterque priorum,Quae celebres omni merito mansere popello" 2 ).

Diese drei Stifter waren in ihrer Zusammensetzung sächsisch-thüringisch, sie bilden Gegenstücke zu Corvey. Mehr fränkischenNachwuchs hat ein nicht weit davon entlegenes Stift Kaufungen 3 ),das der Kaiserin Kunegunde besondere Zuneigung besass (ent-standen zwischen 1008 und 1017) und von ihr eigentlich dotiertwurde. Es strahlt nicht völlig in dem Glänze jener drei Stifter,es kam in Abhängigkeit von den Bischöfen von Speier, denenHeinrich IV. 1086 das Stift schenkte 1 )-

Quedlinburg und Gandersheim hatten eine voll entwickelteMinisterialität mit allen Hofämtern, bei Gernrode lässt sichvielleicht zufällig der Marschall nicht nachweisen, bei Kaufungenbegegnen uns ritterliche Dienstmannen, aus denen zweifellosniederer Adel hervorging, aber von den Hofämtern nur derdapifer" 5 ). Während jene drei Aebtissinnen Reichsfürstinnen

») S. 115.

2 ) Maria ed. Strecker v. 416420. Auf diese Stelle werde ichaufmerksam durch Johanna Heineken, Die Anfänge der sächsischenFrauenklöster S. 124.

3 ) Vgl. Exkurs XVI. Die Grundlage bildet v. Roques, IIB. desKlosters Kaufungen in Hessen. 1. u. 2. Band. Kassel 1900 u. 1902.

*) Stumpf 2876. ÜB. Kaufungen 1, S. 25. Meyer v. Knonau,Heinrich IV. 4, S. 112.

5 ) Derdapifer" Nr. 39 a von 1227, ein cellerarius als miles zwi-