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A. Schulte, Adel und deutsche Kirche im Mittelalter.
Wenn ich bemerke, dass ich auch später keine ZwiefaltenerDienstmannen gefunden habe, kann ich mich zu anderen Klö-stern wenden. Ihre Betrachtung ist notwendig, weil ja derEinwurf gemacht werden könnte, dass in Zwiefalten nur dasGebot des einen Gründers die Ministerialen ferngehalten habe 1 ).
Doch in den anderen württembergischen Klöstern, dieunter dem Einflüsse von Hirsau oder unter dem von St. Blasien
] ) Zum ersten Male begegnen uns auf schwäbischem Boden ver-wandte Gedanken beim hl. Gebhard, dem aus dem vornehmen Hauseder Grafen von JBregenz entsprungenen Bischöfe von Konstanz (979bis 995). Wenigstens legt sie ihm der um 1150 lebende Geschichtschreiberseiner Gründung Petershausen unter. Der fromme Bischöfe habe alles,was er besessen oder erworben habe, dem Kloster vermacht, nur diereichsten und mächtigsten seiner Dienstmannen habe er in der klugenVoraussicht anderswohin geschenkt, damit sie nicht der kleinen Grün-dung mehr zum Schaden als zum Vorteil wären. Denen aber, die erschenkte, gab er das Recht, mit dem Abte zu reiten, ihm zu Hause undim Felde zu dienen, ihre Pferde dem Abte und den Mönchen zur Ver-fügung zu stellen und allein dem Dienste des Abtes und der Mönchezu leben. Auch Petershausen kam unter die Leitung der Hirsauer, wo-bei ein Teil des Konventes das Kloster räumte und sich in die Reichenaubegab. Es ist möglich, dass Hirsauer Anschauungen von dem Geschicht-schreiber in die Sele des Begründers verlegt worden sind. Da die Ur-kunden fehlen, können wir die wahre Geschichte des Klosters in derZeit vor der Hirsauer Reform nur als sehr ungewiss ansehen. Die be-treffende Stelle sagt: „nisi quosdam de ministerialibus suis, qui ditioreset potentiores erant, noluit illuc tradere, reputans prudenter, ne fortetenui loco detrimento potius essent quam supplemento." Casus mon.Petrishus, 1. 1. c. 33. M. G. SS. 20, S. 635, dann c. 35. Der von Hirsauberufene Abt Theoderich war der Sohn eines Grafen und einer Magddes Grafen von Dillingen, seine Brüder waren unfreie Dienstmannen!Zur Kritik vgl. Karl Hunn, Quellenkritische Untersuchungen z. Peters-hauser Chronik (Freiburger Dissert. 1905). Damit stimmt die Vita Gebe-hardi überein, die ebenfalls in Petershausen geschrieben ist und dieQuelle der Petershauser Chronik war. Gebehard schenkte dem KlosterKöche und Bäcker, Schuster und Gärtner u. s. w. „constituit etiam aliosclientes, qui equitando deservirent, scilicet ut semper parati essent adequitandum, quoeunque necessitas exegisset, et ad commodandum fratri-bus cavallos suos, quoeunque res poposcisset" (M. G. SS. 10, p. 588).